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Clouds 22.07.2019

AWS will die Unternehmenskultur revolutionieren.

Beim AWS Transformation Day in München ging es Anfang Juli nicht um Marketing, sondern um die technische, organisatorische und personelle Transformation von Unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger hat sich der Konzern auf die Fahne geschrieben.

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Amazon Web Services (AWS) gilt seit Jahren als Marktführer im Bereich Public Cloud und zeichnet sich dabei vor allem durch den technologischen Vorsprung im Bereich Services und Automatisierung aus. Dies bestätigt unter anderem Gartner in seinem Magic Quadrant, bei dem AWS als Leader eingestuft wird.

 

Anders als erwartet.

Anfang Juli fand in München der AWSTransformationDay statt und adressierte vor allem Entscheider aus Unternehmen in Deutschland. Meine Erwartungshaltung für den Tag war recht klar: viele Marketing-Folien und das Vorstellen neuer Services sowie die unablässige Predigt von der public Cloud sollten es sein. Das Publikum: hippe Amazonians (ja, so nennen sich die Mitarbeiter von Amazon selbst), junge IT-Administratoren und IT-Entscheider in grauen Anzügen.

 

Was ich vor Ort erleben durfte, war dann aber anderes und wirklich einzigartig. Der Fokus des kompletten Tages lag ausschließlich auf der technischen, organisatorischen und menschlichen Transformation von Unternehmen. Marketing-Folien bekam ich nur zwei zu Gesicht. Die Besucher? Gemischt aus vielen Unternehmen und Bereichen mit vielfältigen Interessen. Die ohnehin sehr großzügigen Räumlichkeiten wurden komplett ausgenutzt und jeder Platz war belegt – ein tolles Event, bei dem die Veränderung spürbar wurde.

 

Cloud ist das Ergebnis einer Unternehmensveränderung.

Bereits bei der Keynote wurde klar, dass es am AWS Transformation Day nicht um IT geht. Es geht darum, wie sich Unternehmen verändern, ihr Business an neue Möglichkeiten anpassen und die Unternehmenskultur auf neue Mitarbeitertypen ausrichten.

 

AWS sieht sich dabei als Enabler für das Umdenken in Unternehmen. Eindrucksvoll hat dies Miriam McLemore bei der Eröffnungskeynote demonstriert. Aktuell agiert sie als AWS Enterprise Strategist und greift hier vor allem auf Ihre Erfahrung als CIO von Coca-Cola zurück. Die Keynote hatte die komplette Transformation der Coca-Cola Company zum Thema. Die technische Transformation von diversen On-Premise-Rechenzentren hin zu einer modernen, sicheren und skalierbaren Cloud-Infrastruktur auf AWS bildet das Rückgrat der Business Transformation von Coca-Cola. Beindruckend ist, wie eine globale IT Organisation durch ein nachhaltiges Change Management verändert wurde, um trotz der verteilten Teams und der enormen Komplexität der Applikationen die notwendige Agilität zu erreichen.

 

Unternehmenskultur: Amazon als Beispiel für den Wandel.

Transformation bedeutet vor allem, mit den vorhandenen Menschen großartige Lösungen zu schaffen. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Änderung der Kultur eines Unternehmens. Dass AWS hier nicht nur auf Theorie setzt, wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt, indem kontinuierlich der eigene Change vom Buchhändler zum führenden Cloud Provider herangezogen wird. Amazons eigene Kultur wird durch die transparente Kommunikation der Leadership principles aber vor allem durch den Spirit und das Verhalten der Amazonians spürbar.

 

In einer modernen, dynamischen, agilen Welt sind heute und in Zukunft Verhaltensweisen zu überdenken, auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls anzupassen. So ist eine Fehlerkultur bei Amazon ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovationen. Fehler sind ein gern gesehener Wertbeitrag, wenn aus diesen etwas gelernt wird und in Zukunft Prozesse, Technologien oder die Kultur noch weiter verbessert werden können.

 

Erst der Kunde. Dann das Produkt.

Warum ist Amazon erfolgreich? Darauf gibt es keine einfache Antwort. Ein Erfolgsfaktor ist aber sicherlich, dass alle Produkte auf den Kunden ausgerichtet sind. Bereits in den Leadership Principles wird dies deutlich: Customer Obsession ist das oberste Prinzip eines jeden Amazonians.

 

Darüber hinaus hat AWS ein Konzept beziehungsweise Vorgehensmodell entwickelt, bei dem jeglicher Prozess beim Kunden startet und dann rückwärts gearbeitet wird. Dieses Modell wird als „working backwards“ bezeichnet. Das Faszinierende dabei ist, dass ein Service beziehungsweise Produkt nur entwickelt wird, wenn es bereits mindestens einen praktischen Use Case für mindestens einen Kunden gibt. Sobald weitere Kunden und/oder Use Cases für das Produkt hinzukommen, wird dieser Prozess wieder von vorne gestartet und mögliche Produktanpassungen vorgenommen.

 

Von Unternehmen für Unternehmen.

Interessant war neben den Keynotes und den Gesprächen beim AWS Transformation Day vor allem, dass jede Stunde mindestens ein Referenzvortrag eines AWS Kunden gehalten wurde. Der Großteil dieser AWS Kunden sind Unternehmen aus Deutschland, die aus den verschiedensten Branchen kommen und die verschiedenste Größenordnung haben.

 

Ich konnte gemeinsam mit meinem Kunden vor allem von diesen Vorträgen vieles mitnehmen. Cloud ist inzwischen weit mehr als ein Hype, sondern wirklich in deutschen Unternehmen angekommen. Durch die Referenzvorträge sind viele Ideen entstanden, wie der dargestellte Use Case im eigenen Unternehmen realisiert werden, welcher Mehrwert generiert werden und wie Bechtle dabei helfen kann.

 

Transformation. Jetzt. Aber wie?

Das Fazit des AWS Transformation Day ist, dass die erfolgreiche Transformation vor allem dann gelingt, wenn entsprechende Management-Attention vorhanden ist und ein eigenes Team ins Leben gerufen wird: mit der exklusiven Aufgabe, diese Transformation zu gestalten, zu begleiten und zu realisieren.

 

In allen Referenzvorträgen war der entscheidende Faktor, ein Unternehmen im Unternehmen zu gründen. Durch diese neue Organisation wird es möglich, Strukturen, Prozesse, Denkweisen und vieles mehr komplett neu aufzustellen und immer weiter zu optimieren. Gerade in gewachsenen, etablierten Unternehmen würde die Transformation ansonsten im Tagesgeschäft untergehen.

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Philipp Dumhard
Account Manager Cloud Transformation Sales