Clouds 03.09.2020

Drei Stolperfallen auf dem Weg in die Cloud – und wie man sie vermeidet.

Fast alle Entscheider haben inzwischen ein Bewusstsein für die grundsätzlichen Vorteile der Cloud entwickelt. Geringere Kosten und mehr Flexibilität: Das klingt in den Ohren von Verantwortlichen immer gut. Dazu kommt, dass immer neue Anforderungen langfristig ohnehin Änderungen und Investitionen bei der eigenen Infrastruktur erforderlich machen. Fachabteilungen haben immer wieder neue Wünsche und ziehen in Betracht, auf eigene Faust inoffizielle Dienste anzuschaffen, wenn die IT nicht mit geeigneten Tools und Plattformen unterstützen kann. Moderne Organisationen erfordern Flexibilität und schnellere Release-Zyklen. Für die meisten IT-Verantwortlichen stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob sie Cloud-Projekte auf dem Tisch haben, sondern nur noch wie die Umsetzung erfolgen soll.

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Alexander Freudenberg
Business Manager Datacenter

1. Fehlende Strategie.

Das Thema Cloud kann dazu verleiten, das Ziel mit einer Strategie zu verwechseln. „Die Cloud“ ist für viele Anwendungen eine großartige Plattform. Das Ziel einer Cloud-Strategie sollte jedoch weder „externes Rechenzentrum“, noch „eine SaaS-Lösung buchen“ sein. Stattdessen ist es wichtig, vage Erwartungen in konkrete Ziele zu übersetzen. Was soll die Cloud für das Unternehmen und die betroffenen Geschäftsprozesse leisten? Eignet sich die Anwendung aus Sicht der Compliance? Profitieren Anwendung und Anwender von der Cloud-Plattform?

Die Cloud kann vieles sein und in sehr unterschiedlichen Formen und unterschiedlichen Tiefen im Unternehmen implementiert werden. Private Cloud, Public Cloud oder beides: Hybrid Cloud. Hier gilt es, das passende Modell für das Unternehmen und dessen Anforderungen zu finden. Unternehmen müssen eine Migration in die Cloud sorgsam evaluieren und planen. Welche Daten und Anwendungen sollen in die Cloud wandern?

Hier sollten Verantwortliche zunächst den Business Case und die konkreten Erwartungen an die Cloud-Strategie evaluieren. Welche Herausforderungen sollen ausgeräumt werden, was sind die operativen und geschäftlichen Ziele, welche Workloads sind geeignete Cloud-Kandidaten? Wenn diese Fragen geklärt sind, ist es an der Zeit, sich Gedanken über die Form und Architektur der Cloud-Lösung zu machen – ohne dabei den Fehler zu machen, der bei der Cloud-Implementierung häufig gemacht wird:

2. Alles eins zu eins nachbauen.

„Lift and Shift“ ist ein feststehender Begriff in der IT, nach dem man einen bestehenden Workload oder eine Plattform mitsamt Daten und Anwendungen auf ein neues System überträgt. In Bezug auf Cloud Computing ist dies in vielen Fällen nicht sinnvoll. Denn dann passiert das, wofür die Cloud nicht gedacht ist: Kunden betreiben damit effektiv ihr altes Rechenzentrum unverändert, aber virtualisiert, auf der Cloud-Infrastruktur weiter. Der Nachteil ist dabei, dass weder der Workload auf die neue Umgebung angepasst wird, noch die tatsächlichen Vorteile der neuen Plattform ausgenutzt werden. Kurzum: Weder profitiert die Anwendung, noch erreicht die IT damit die Kostenziele und zusätzliche Flexibilität. Denn die Virtualisierung des eigenen Rechenzentrums in der Cloud ist nicht effizient und unflexibel.

IT-Verantwortliche müssen Workloads aus der Perspektive der Cloud heraus neu denken. Dazu kommt, dass nicht jeder Workload ideal dafür eignet ist, in die Cloud gehoben zu werden. Deshalb ist es in den meisten Fällen sinnvoll, zunächst neue Projekte und Tools mit der Cloud im Hinterkopf anzugehen, anstatt existierende Anwendungen und Daten in die Cloud migrieren zu wollen. Bei neuen Projekten ist es sehr viel einfacher, sie von Beginn an auf die Cloud-Infrastruktur auszulegen oder schlüsselfertige Cloud-Tools zu implementieren.

3. Nur aus Kostengründen in die Cloud migrieren.

Unternehmen nennen geringere langfristige Kosten als einen der wichtigsten Gründe für ihre Cloud-Bemühungen. Und das zu Recht, denn der Cloud-Betrieb kann Kosten sparen. Insbesondere die verbesserte Liquidität durch fehlende Hardware-Investitionen freut die Buchhaltung. Reine Kostenfragen sollten jedoch nicht der alleinige oder wichtigste Grund für eine Cloud-Strategie sein. Kostenersparnis ist kein Automatismus. Wer seine Cloud-Strategie nicht von Grund auf plant, kann schnell Enttäuschungen erleben. Denn laufende Systeme mit enormem Aufwand möglichst unverändert auf eine PaaS zu heben und auf virtualisierter Hardware zu betreiben, kostet viel Geld – sowohl bei der Migration als auch im laufenden Betrieb.

Bestehende Anwendungen in der Cloud nativ neu aufzubauen, ist ebenfalls nicht günstig. Denn auch die Cloud-Migration ist ein massives Projekt, braucht Planung, fachgerechte Umsetzung und ein realistisches Budget. Entwicklungskosten und Servicepakete sind weitere Kostenpunkte, die auf Unternehmen zukommen können. Deshalb sollten Kosteneinsparungen auf der Liste der Cloud-Ziele nicht an erster Stelle stehen. Die tatsächlichen Vorteile liegen in erster Linie in der größeren Flexibilität: Skalierbarkeit, Kostenabrechnung nach Nutzung, eine Entwicklungsplattform, die vom Anbieter ständig erweitert und verbessert wird.

Wie macht man es denn richtig?

Unternehmen können die schnellsten Cloud-Erfolge dadurch erreichen, wenn sie neue Projekte Cloud-nativ aufbauen – zum Beispiel eine Cloud-basierte Kommunikationsplattform. Dies ist ein gut planbares, in sich geschlossenes Projekt. Bechtle unterstützt Sie ganzheitlich dabei, Ihre Cloud-Wünsche zu planen und zu implementieren. Von der Analyse Ihrer Ziele, der Planung, der Auswahl der passenden Plattform bis hin zur Begleitung des Projekts bis zur Ziellinie.