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Modern Workplace 18.12.2019

Microsoft Teams, Cisco und Zoom - Die letzte Grenze fällt.

"Kommunikation bei Microsoft kennt keine Grenzen - eigentlich!". Mit dieser Aussage starteten bis vor kurzem die meisten meiner Workshops rund um das Thema moderne Kommunikation und moderne Arbeitsweise mit Microsoft 365. Doch was genau bedeutet "eigentlich" mit Blick auf eine Zeit, in der es unglaublich einfach ist, Nachrichten und Informationen über unzählige Lösungen und Anbieter hinweg zu versenden und warum kann das "eigentlich" seit einer kürzlich verkündeten Partnerschaft zweier "Kommunikationsplatzhirsche" zukünftig aus meinem Einleitungssatz gestrichen werden?

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Ein kurzer Blick zurück: Mit der Einführung von Lync und Skype for Business wurde der Grundstein für diese Aussage im Unternehmensumfeld gelegt. Nicht mehr nur E-Mails oder (damals noch) teure SMS oder Telefonate standen im Mittelpunkt. Als vor knapp drei Jahren dann Microsoft Teams angekündigt wurde und sich immer weiter zunehmender Popularität erfreute, die durch das rasante Ergänzen innovativer Features und Funktionen immer weiter vorangetrieben wird, bekam die Aussage "Kommunikation bei Microsoft kennt keine Grenzen" noch einmal deutlich mehr Gewicht.

 

Mit Teams als zentralem Kommunikationshub ist es heute einfacher denn je grenzenlosen Austausch von Wissen, Inhalten und Informationen schnell und produktiv abzubilden. Das Endgerät oder das Netzwerk in welchem wir uns befinden spielt im Grunde keine wirkliche Rolle mehr. Eigentlich.

 

Strategische Partnerschaft.

Auch Unternehmen wie Cisco oder Zoom erkannten das unglaubliche Potenzial in einem fast schon als selbstverständlich angesehen Unternehmensbereich, der Kommunikation. Genaue Nutzerzahlen gibt es keine, aber sowohl Zoom als auch Cisco dürften monatlich von mehr als insgesamt 120 Millionen Nutzern verwendet werden. Diese Zahlen wachsen täglich. Leider führt dies unweigerlich zu einem Problem. Das hat auch Ilya Bukshteyn, Head of Product (Partner Director) für Microsoft Teams Devices erkannt: "[…] selbst wenn mein Unternehmen vollständig auf Microsoft-Team-Meetings standardisiert ist, kann einer unserer Partner oder Kunden uns immer noch eine gelegentliche Einladung zu einem WebEx- oder Zoom-Meeting schicken, und anstatt an diesem Meeting auf meinem Laptop oder mobilen Gerät "als Gast" der Anwendung teilzunehmen, möchte ich alle Audio- und Videofunktionen meiner Microsoft-Teamräume nutzen."

 

In sechs Schritten zum Modern Digital Workplace

  

Mit Blick auf die bis vor kurzem vorherrschende Marktsituation und den erbitterten Kampf um jeden Nutzer fast schon ein undenkbares Szenario, wollte doch bis vor Kurzem noch kein Anbieter einer Kommunikationslösung dem jeweils anderen Einblick in die eigenen Schnittstellen oder nativen Zugriff auf deren Anwender erlauben. Umso überraschender kam eine Ankündigung von Microsoft auf der Ignite 2019. Sowohl Cisco als auch Zoom werden beide zu strategischen Partnern im Bereich Meeting- und Kommunikation für das Jahr 2020. Doch was bedeutet das für Microsoft Teams und was ändert sich dadurch für die Nutzer? Hatte ein Mitarbeiter bisher an seiner Cisco-WebEx-Raumlösung oder an seinem Teams-Room-System kaum native Möglichkeiten ohne eine teure und aufwendige Gatewaylösug von Drittanbietern schnell und einfach an einem Meeting einer Organisation teilzunehmen, die auf die jeweils andere Lösung setzte, so ändert sich dies zukünftig ohne weiteres Zutun zur Freude der Nutzer: "Während die native Meeting-Erfahrung auf jedem dieser Raumsysteme immer reichhaltiger und funktionsreicher bleiben wird, sind wir uns alle einig, dass die Möglichkeit, einfach und unkompliziert an gelegentlichen nicht-nativen Meetings auf unseren Raumsystemen teilzunehmen, eine großartige Sache für unsere Kunden ist."

 

Arbeitsalltag wird weiter vereinfacht.

Heruntergebrochen auf das eigentliche Feature: Ab 2020 wird es über den Webstandard "WebRTC" auf allen aktuellen Teams Room System Devices und neueren Cisco Raumlösungen möglich sein, nativ an Meetings des jeweils anderen Herstellers teilzunehmen und dabei die Funktionen und Vorteile der jeweiligen Plattform nativ und direkt zu nutzen zu, ohne auf Drittanbieter zurückgreifen zu müssen. Die Meetingeinladung des jeweils anderen Anbieters wird unabhängig vom Endpunkt direkt verarbeitet und im Kalender sowie in den Meetinglisten dargestellt. One-Touch-Join Funktionalitäten bleiben dadurch genauso wie alle weiteren Vorteile einer direkten Nutzung erhalten.

 

Microsoft Teams: Die Zukunft ist jetzt

  

Für mich als Microsoft und Modern Workplace Consultant ist dies eine großartige Ankündigung. Bisher mussten solche Anforderungen durch aufwändige Drittanbieterlösungen abgebildet werden, die auf Endanwendereite nicht immer einfach zu verstehen waren. Tatsächlich wird mein Arbeitsalltag durch diese Neuerung weiter vereinfacht. Bechtle, als Multivendor Lösungsanbieter in nahezu allen IT-technisch relevanten Bereichen, setzt selbst sowohl auf Cisco WebEx als Kommunikationspartner im Bereich Meetings als auch auf Microsoft Teams als Collaborationhub. Das hat zur Folge, dass ich in beiden Welten aktiv bin und sein muss.

 

Mit Cisco Collaboration in ein neues Zeitalter

 

Erhalte ich intern also eine Einladung zu einem WebEx Meeting kann ich diesem aktuell nur mit dem WebEx Client beitreten. Ein Kollege welcher (noch) nicht Teams nutzt kann jedoch an meinen versendeten Meetings nur als "Gastnutzer" und über einen Webzugriff teilnehmen. Komplex wird dies vor allem, wenn wir in mit Surface Hubs und Cisco Boards ausgestatteten Räumen arbeiten. Diese Probleme sind ab 2020 mit der Ankündigung der Partnerschaft Geschichte. Egal welcher Raum und welche Lösung, Meetings werden direkt umgesetzt und dargestellt. Damit ist eins sicher: Kommunikation kennt nun wirklich keine Grenzen mehr!  

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Florian Vees
Junior Consultant Microsoft