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Networking Solutions 26.05.2020

Cisco Meraki Hackathon: Bechtle gewinnt mit Lösung zur Abstandsbestimmung.

Im Mai fand der erste virtuelle Meraki Hackathon in Deutschland statt. Den geteilten ersten Platz belegte ein Team aus dem Bechtle IT-Systemhaus in Hannover mit einer Lösung, die mit Hilfe von Meraki Kameras über die integrierten Zonen-Funktionen den Abstand zwischen Personen ermittelt und anzeigt.

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Andreas Wespe
IT-Business-Architekt

In der gegenwärtigen Situation ist das Einhalten von Abstand und die Anzahl der Personen in einem Raum von großer Bedeutung. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, dies richtig einzuschätzen. Eine Lösung hierfür zu finden, war die Idee von Bechtle für den zweitägigen virtuellen Hackathon mit 7 teilnehmenden Teams aus Deutschland und der Schweiz.

 

Das Ziel der Idee war es, eine Auswertung zu erstellen, die den Personen in einem Raum schnell, einfach und mit einer hohen Präzision Auskunft darüber gibt, ob die Abstände angemessen sind. Genauigkeit, Komplexität und Schnelligkeit sind hier allerdings nicht leicht unter einen Hut zu bringen, weshalb für das Ergebnis keine 100%ige Genauigkeit, sondern vielmehr eine flexible Rückmeldung erreicht werden sollte, die ohne allzu großen Aufwand realisiert werden kann.

 

Nutzung von Meraki Zonen zur Abstandsermittlung.

Um Abstände mit hinreichender Genauigkeit zu ermitteln, sind in der Regel einige kompliziertere Berechnungen notwendig, und WLAN-basierte Lösungen haben meist das Problem, dass die Raumbegrenzungen schwer einzuhalten sind.

 

 

Die Meraki Kameras bieten geeignetere Grundvoraussetzungen, da in den Kamerabildern die Anzahl der Personen ermittelt werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, das Bild in Zonen einzuteilen und entsprechend auszuwerten.

 

Es können mehrere frei konfigurierbare Zonen im Bild platziert werden. Die Idee dabei ist, dass die Zonen so gestaltet sind, dass sie der erlaubten Entfernung entsprechen – jede Zone, die mit mehr als einer Zone belegt ist, bedeutet somit einen unzulässigen Zustand.

 

 

Die Informationen über die Zonen lassen sich bei Meraki mittels API oder per MQTT-Stream ermitteln. Dabei ist kein Upload von Bildern in eine Cloud erforderlich, da die notwendigen Bildauswertungen direkt auf der Kamera erfolgen und anschließend nur die rein numerischen Werte zu den Zonen übertragen werden. Es wird jedoch ein zweites Tool benötigt, um diese einfach auszuwerten und anzuzeigen.

 

Auswertung durch PRTG.

Hier kommt PRTG der Paessler AG zum Einsatz. Das Monitoring-Tool kann durch geeignete Sensoren die Daten via Meraki API ermitteln (REST-Sensor) und darstellen. Im konkreten Fall werden im ersten Schritt die Personen in den jeweiligen Zonen einzeln dargestellt. Die finale Auswertung der Zonen und der Anzahl von Personen erfolgt anschließend über einen Formel-Sensor, der die Summen in den Zonen addiert und die Zonen – wenn erforderlich – vergleicht. Anschließend wird das Ergebnis visualisiert und z. B. per Ampel-Dashboard angezeigt.

 

 

Viele weitere Möglichkeiten.

Während der zwei Tage konnte ein lauffähiges PoC implementiert und getestet werden. Für die nun anstehende finale Realisierung sind Erweiterungen geplant. Es wäre sinnvoll, wenn die Ergebnisse nicht nur als Dashboard, sondern auch direkt angezeigt werden könnten. Dies lässt sich z. B. mit einer WLAN-fähigen Lampe oder Ampel einfach realisieren – sobald die Entfernungen nicht mehr ausreichen, wird sie rot. Die Lösung könnte z. B. in Schulen oder Geschäften genutzt werden, um den Menschen im Raum eine schnelle Rückmeldung zu geben, ob die Vorgaben eingehalten werden.

 

Als weitere Umstellung ist die Verwendung von MQTT als Übertragungsprotokoll geplant, da es schneller, besser skalierbar und damit geeigneter ist als die ursprüngliche API-basierte Lösung.

 

Im Hackathon hat das Bechtle Team um Dennis Schiller, Golo Königshoff und Teamkapitän Andreas Wespe gezeigt, wie man mit einfachen Mitteln, mehreren Systemen und etwas Zeit den aktuellen Herausforderungen begegnen kann. Wenn Sie Fragen zu Realisierungsmöglichkeiten, Kosten und Implementierung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.