Karriere 09.11.2020

Digitale Transformation ist eine Führungsaufgabe – Was macht den Digital Leader aus?

Die richtige Mischung aus „Digital Skills“ und „Digital Mindset“ macht‘s!

Mit der Digitalisierung verändern sich nicht nur Geschäftsmodelle und Kundenverhalten, auch die Anforderungen an die Führungskräfte in den Unternehmen wandeln sich. Mehr denn je braucht es Entscheider, braucht es Coaches, die die Digitale Transformation des eigenen Unternehmens vorantreiben und steuern – überzeugte Digital Leader. Doch immer noch gehen Selbsteinschätzung und Realität in den Unternehmen auseinander – der Wille zur Digitalisierung muss gleichermaßen in den Köpfen und Herzen der verantwortlichen Führungskräfte und Mitarbeiter sowie in der Kultur verankert sein.

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Sven Heinsen
Leitung Geschäftsentwicklung Dienstleistung

Für den Erfolg der Digitalen Transformation braucht es Führungskräfte, die mutig voranschreiten, eine klare Vision für die Zukunft haben und den Weg dorthin gestalten, die also in der Lage sind, Komplexität zu managen und gleichzeitig dazu motivieren, Grenzen zu überwinden. Neben dem strategischen und abteilungsübergreifenden Vorantreiben der Digitalisierung schaut ein Digital Leader positiv auf die technologische Entwicklung und hat das nötige Mindset, also eine „Digital-First-Denkweise“. Er sieht seine Aufgabe darin, sich über die IT der nächsten Generation zu informieren, sich kritisch mit bestehenden Geschäftsprozessen auseinanderzusetzen und neue Geschäftsmodelle strategisch zu entwickeln. Er begreift die Digitalisierung als Chance für Innovation, Wettbewerbsvorteile und neue Kundenerfahrung. 

Ein idealer Digital Leader kann in der Krise die Chancen sehen. Er gibt wichtige Impulse für die Digitale Transformation und steuert den dafür notwendigen Veränderungsprozess im Unternehmen. Er denkt strategisch und disruptiv in neuen Geschäftsmodellen und besitzt die Fähigkeit, sie auch in einem schwierigen Umfeld umzusetzen.

Zugleich müssen die Unternehmen selbst eine digitale Führungskultur entwickeln, die eine „Digital-First-Denkweise“ – also ein ausgeprägtes „Digital Mindset“ – in den Vordergrund stellt. Damit wird die Digitale Transformation zugleich zu einer Herkulesaufgabe der Unternehmenskultur. Wandel darf nicht zur „verordneten Veränderung“ werden, die nur richtig gemanagt werden muss. Mit der richtigen Kultur wird jeder Einzelne zum Treiber des Wandels in der Organisation. Es kommt auf die „richtige Denke“ an, auf den riesigen, nicht sichtbaren Teil des Eisbergs unter Wasser – also dort, wo Haltung und Mut, Ownership und Leadership sowie Vertrauen und Leidenschaft verankert sind. All dies braucht ein Digital Leader und das Unternehmen insgesamt, um bei den sieben zentralen Attributen nachhaltig voranzukommen, an denen sich die Reife der „Digitalen Kultur“ eines Unternehmens ablesen lässt: Art der Zusammenarbeit, Innovation, offene Kultur, Digital-First-Vorgehen, Agilität und Flexibilität sowie Kundenzentrierung und der datengetriebene Ansatz.

Was macht letztlich den Digital Leader vor diesem Hintergrund aus? Er lebt Vertrauen als elementare Basis für das Empowerment der Mitarbeiter vor; er etabliert eine Fehlerkultur, die Scheitern als Lernchance begreift; er identifiziert diejenigen, die genau dieses beschriebene Mindset leben können und wollen; er sollte ganz im Sinne des systemischen Verständnisses „Verstörung“ zulassen können und einfordern; er muss Followership im Unternehmen erzeugen. Leadership ist somit nicht auf Führungskräfte beschränkt, sondern im Gegenteil: Leader zu sein ist eine Herausforderung, der sich jeder stellen muss. Der Digital Leader stiftet jeden Tag zum „Andersmachen“ an, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern - ganz nach einem Zitat von Giuseppe Tomasi di Lampedusa: „Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern“.