25.08.2020

Plötzlich Homeoffice – Wie kann es zukünftig weitergehen? Teil I.

In den vergangenen Monaten standen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Mitarbeiter in kurzer Zeit für das Arbeiten im Homeoffice auszustatten. Zu Beginn unterstützten Collaborationtools den Arbeitsalltag. Doch wie geht es jetzt weiter? Der Arbeitsalltag muss auch im Homeoffice einkehren. Firmen, die ihren Mitarbeitern keine dauerhafte agile Arbeitsform anbieten können, sollten den Digitalisierungsschub durch die anhaltende Krise ebenso nutzen und ihr Rechenzentrum zukunftsfähig aufstellen. Dies kann durch das Ablösen von in die Jahre gekommener Serverhardware durch virtuelle Systeme in der Microsoft Cloud geschehen. Wie kann das ermöglicht werden? Unser Experte Stephan Verstegen hat uns diese und weitere Fragen beantwortet.

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Jens Käsbauer
Content Manager
Mit welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen heute konfrontiert?

Der größte Diskussionspunkt in der IT-Abteilung sind die Kosten. Es müssen Investitionen getätigt werden, es muss eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitern verfügbar sein, um die Infrastruktur zu warten und auf Fehler reagieren zu können. Leider wachsen die Budgets in den meisten Unternehmen nicht im gleichen Maße wie die Ausgaben. Hier kann Azure als Plattform zur Kostenkontrolle beitragen.

Ein großes Thema ist aber auch die aktuelle Situation und deren Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Die Unternehmen waren in kurzer Zeit gezwungen, ihre Mitarbeiter nach Hause zu schicken, was es erforderlich machte, dort möglichst schnell eine Arbeitsfähigkeit herzustellen. Im ersten Schritt konnte man das durch Videokonferenzlösungen wie Teams erreichen. Nach einigen Wochen hat man aber festgestellt, dass das nicht ausreicht. Denn irgendwann müssen die Mitarbeiter auf die bestehenden Daten zugreifen. Deshalb hat gerade der Windows Virtual Desktop auf der Azure Plattform als Lösung für dieses Problem eine große Aufmerksamkeit erhalten.

 

Sie haben davon gesprochen, dass Azure dazu beitragen kann die Kosten zu senken. Dann stimmt das Gerücht nicht, dass eine Cloud-Lösung erst einmal teurer ist?

Wenn man mit einer richtigen Strategie herangeht und den richtigen Partner bei der Umsetzung zur Hand hat, dann ist eine Cloud-Lösung günstiger als der Kauf einer On-Premises-Lösung. Dabei darf jedoch keine 1:1-Verschiebung des Status Quo in die Cloud erfolgen. Vielmehr müssen Unternehmen innovativ sein und den Wechsel strategisch angepasst an die modernen Anforderungen vollziehen. Dann kann auch dynamisch auf neue Herausforderungen reagiert und die ausgewählten Module Monat für Monat entsprechend angepasst werden. Dadurch wird die Cloud-Lösung günstiger als der Kauf einer Lösung die unveränderlich im Rechenzentrum steht. Das Schöne an einer Cloudinstanz ist ja gerade die Möglichkeit, die Ausstattung des Servers beliebig skalieren zu können. So können Unternehmen auch stundenweise Hochlastspitzen abfangen und dafür in den weniger genutzten Zeiträumen diesen Server beliebig verkleinern. Im Kontrast dazu stehen die großen Serverparks im eigenen Rechenzentrum. Sie sind mit einem hohen Anfangsinvest verbunden und doch den Großteil der Zeit nicht ausgelastet.

 

Wie geht man dieses Vorhaben strategisch an, damit man möglichst kosteneffizient arbeiten kann?

Bei Bechtle orientieren wir uns in erster Linie am Cloud Adoption Framework von Microsoft. Das ist ein Leitfaden, der anhand unterschiedlicher Best-Practice-Elemente durch die unterschiedlichen Phasen begleitet, die ein Unternehmen beim Wechsel in die Cloud durchläuft. Das beginnt bei der strategischen Phase. Hier erarbeiten wir, zusammen mit den jeweiligen Fachabteilungen,  welche Ziele und Ergebnisse erreicht werden sollen. Über die Umsetzung mit der jeweiligen IT-Abteilung führt dieser Leitfaden schließlich zur Einführung im gesamten Unternehmen und der Betreuung auch nach dem Launch.

 

Dieses Framework ist in sechs Phasen aufgeteilt und enthält eine Vielzahl an Anweisungen und Best-Practices, an dessen Ende das Unternehmen eine zukunftsfähige Cloud-Lösung auf Basis von Microsoft Azure nutzen kann. Bechtle handelt bei der Betreuung seiner Kunden nach diesen Leitfäden und bringt gleichzeitig die Erfahrung aus unzähligen erfolgreichen Projekten ein. Dadurch können wir den Überblick behalten und auch über den Tellerrand hinaussehen. So finden wir für unsere Kunden die Lösung, die für deren Situation und Anforderungen am besten geeignet ist. Denn unter Umständen führt eine Kombination mit einem Dienst eines Drittanbieters zum Erreichen des gesetzten Ziels.

 

Um den Einstieg zu erleichtern hat Bechtle zudem eine Reihe von Paketen gebaut, die passend zur aktuellen Situation unserer Kunden ausgerichtet sind und zusätzlich auch noch in den Details speziell auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden können.

 

Können Sie das anhand eines Beispiels verdeutlichen?

Stellen Sie sich vor, Sie haben nur noch wenige Wochen Zeit, bis die Unterstützung für die Hardware ausläuft, die Sie gerade im Einsatz haben. Hier muss dann schnell reagiert und der sichere Betrieb Ihres Unternehmens aufrechterhalten werden. Das geschieht natürlich nicht planlos, aber die strategische Umsetzung des Umstiegs in die Cloud erfolgt dann erst im Nachgang. Die Vorgehensweise ändert sich komplett, wenn ein Unternehmen noch sehr viel Vorlaufzeit hat. Hier entwickeln wir natürlich zuerst eine Strategie, anhand derer die Umsetzung stattfinden kann. So können wir mit der nötigen Flexibilität reagieren und unseren Kunden jederzeit die passende Lösung anbieten. Egal ob die Situation eine schnelle oder vorrausschauende Lösung erfordert. Wir verlieren dabei nie den Blick für das große Ganze. Denn in den meisten Fällen sind es hybride Szenarien, welche die Anforderungen der Unternehmen heute am ehesten Abdecken.


Häufig stehen die IT-Abteilungen heute eher vor der Frage, ob eine Cloudlösung überhaupt in Frage kommt, und nicht, wie viele Cloudlösungen sie einsetzen möchten.


Wie sehen die Vorteile bei Multi-Cloud- und Hybridszenarien aus?

Da gibt es zum einen Authentifizierungslösungen, mit denen man die unterschiedlichen Clouds der einzelnen Anbieter verheiraten kann. Die Entwicklung entsprechender Anwendungen schreitet hier kontinuierlich voran und es entstehen immer mehr Lösungen, die eine Anbindung von Anwendungen aus der Google Cloud oder den Amazon Web Services ermöglichen. So kann man heute schon mit einem Produkt beide Welten verwalten.

 

Oder stellen Sie sich vor, sie möchten ein Ausfallrechenzentrum betreiben und stehen jetzt vor der Frage, ob ein zweites gebaut werden soll, oder ob man die Ausfallsicherheit über die Azure-Plattform gewährleisten kann. Im Rahmen eines Desaster-Recovery-Plans übernimmt im Fehlerfall das Rechenzentrum in der Azure-Plattform die Aufgaben des heimischen Rechenzentrums solange, bis der Fehler letztlich behoben wird. Dies geschieht in der Regel halbautomatisch. Eine vergleichbare Möglichkeit bietet sich den Unternehmen zwischen AWS und Azure. Unsere Erfahrung zeigt aber eher, dass die große Masse der Firmen in Deutschland noch nicht an dieser Stelle im Prozess ist. Häufig stehen die IT-Abteilungen heute eher vor der Frage, ob eine Cloudlösung überhaupt in Frage kommt, und nicht, wie viele Cloudlösungen sie einsetzen möchten.

 

Lesen Sie im zweiten Teil unseres Interviews, wie die Themen Datenschutz und Datensicherheit gelebt werden, welche Sichtweise Microsoft auf den modernen Arbeitsplatz hat und welchen Nutzen Sie von der Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Bechtle haben.

 

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