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5 Fragen an Microsoft Security-Experte Stephanus Schulte.
Wie wird sich der Security-Markt verändern? Wie wappnet sich Microsoft gegen Hackerangriffe? Wie gelingen Cloud- und KI-Projekte? Diese und weitere Fragen zum Thema Security beantwortet Stephanus Schulte, Partner Technical Architect Security & Compliance bei Microsoft Deutschland, der im Januar 2019 als Vortragsredner beim Microsoft Security Day am Bechtle Platz 1 in Neckarsulm zu Gast war.

Stephanus Schulte, seit 12 Jahren bei Microsoft tätig, berät Microsoft Partner und Kunden im Bereich Security und Compliance. Im vergangenen Jahr beobachtete Stephanus Schulte eine bedeutende Zunahme des Beratungsbedarfs: „Die digitale Transformation in Form von Cloud- und KI-Projekten braucht klare Ziele und eine gute Beratung durch Experten. Einfach machen funktioniert in diesem Fall nicht.“

 

1.

Wie sehen Sie die aktuelle und künftige Entwicklung des Security-Markts?

Stephanus Schulte: Wir beobachten einen starken Paradigmenwechsel. Das Thema Security hat sich über die letzten Jahre deutlich gewandelt. Nicht, weil sich der Bereich Security oder die Bedrohungen geändert haben, sondern, weil sich die Arbeitsweise der Menschen geändert hat. Menschen arbeiten zunehmend intensiv miteinander. Sie arbeiten vernetzt und gegebenenfalls von überall – Stichwort Home-Office, Flughafen, Bahn oder auch unterschiedliche Offices im Wechsel. Damit einher geht letztlich eine Veränderung in der Art und Weise, wie ich mich vor Bedrohungen schütze. Das Thema Firewall ist sicherlich immer noch wichtig, aber eine Firewall alleine hilft nicht mehr gegen die aktuellen Bedrohungen. Ich muss vielmehr die Identitäten und Informationen schützen und die Signale, die ich aus den unterschiedlichen Sensoren, aus der Cloud, aus meiner Identitätslösung bekomme, nutzen, um Security wirklich zu leben. Die einfachste und kostengünstigste Variante funktioniert über Apps. Fast jeder hat ja mittlerweile ein Smartphone. Das heißt, zum Beispiel, dass ich über eine App Notifications bekomme, die ich bestätigen muss. So kann ein sicherer Mechanismus anstelle des Passworts genutzt werden.

 

 

2.

Die Cybercrime-Fälle nehmen zu und Microsoft wirbt mit dem „sichersten Windows aller Zeiten“. Wie können Sie dieses Versprechen halten?

Mit Windows 10 haben wir mit vielen Vorgehen aus der Vergangenheit gebrochen. Das heißt, das Thema „alle drei Jahre ein neues Release“ gibt es so nicht mehr. Das Betriebssystemwird hingegen kontinuierlich weiterentwickelt und in planbaren Zyklen upgedatet. Die Herausforderung, die wir in der Vergangenheit, gerade bei Security, gesehen haben, ist, dass das Thema Updates nicht mit der Sorgfalt und der Geschwindigkeit durchgeführt wird, wie wir es gerne sehen würden. Deswegen verlagern wir diese Verantwortung zu uns und koordinieren die Security- sowie die Feature-Updates durch uns, wie es eben auch auf Apps oder Smartphones gang und gäbe ist. Zusätzlich ist es so, dass Security einen wesentlichen Teil eines jeden Releases einnimmt. Dementsprechend sind wir viel schneller in der Lage, auf die Bedrohungslagen zu reagieren. Beispielsweise per Multi-Faktor-Authentifizierung als eine Möglichkeit, sich bei Windows anzumelden. Oder eben auch die Kapselung von Applikationen außerhalb des Betriebssystems. Das sind Möglichkeiten, mit denen wir heute reagieren können und durch die Geschwindigkeit, die wir an den Tag legen, werden sich die Möglichkeiten auch noch deutlich steigern. 

 

 

3. 

Wie ist Microsoft im Bereich Cyber Defense aufgestellt?

Als eins der aktivsten angegriffenen Ziele ist Microsoft das Thema Cyber Security natürlich nicht neu. Dementsprechend investieren wir über eine Milliarde Dollar pro Jahr in das Thema Abwehr von Cyberangriffen. Das gilt für unsere Cloud, für unsere Netzwerke, für unsere Kunden,
genauso wie für uns selbst. Dazu beschäftigen wir über 3.500 Mitarbeiter alleine, um genau das zu tun. Ich spreche nicht davon, Security-Mechanismen in unsere Produkte einzubauen, sondern wirklich von Abwehr von Angriffen. 

 

 

4.

Welche Orientierung kann Microsoft geben, damit Cloud- und KI-Projekte gelingen?

Wenn wir über Künstliche Intelligenz sprechen, ist es wichtig zu verstehen, dass sie mit Cloud-Diensten eng verzahnt ist. Typischerweise ist es gar nicht sinnvoll, was den Aufwand von Ressourcen und Geld angeht, dies zu Hause, sprich On-Premise, zu machen. Dementsprechend ist eine Strategie, wie ich da hineinwachse, sehr wichtig – das heißt, ich brauche Experten, die mich beraten können, wie genau mein schrittweises Vorgehen in die Cloud und in KI-Projekte aussehen wird. Die Herausforderung dabei ist: Man braucht einen Business Case. Denn einfach nur KI zu machen, weil jeder das vorgeblich macht, oder Cloud zu machen, weil jeder das vorgeblich macht, hilft nicht. Ich muss ein klares Ziel verfolgen und mich durch Experten beraten lassen, wie ich dorthin komme. Anders wird es nicht funktionieren.

 

 

5.

Welche Security-Strategie bietet Microsoft für Endgeräte, die nicht auf Microsoft basieren?

Seitdem Satya Nadella unser CEO geworden ist, hat sich Microsoft massiv geändert. Für uns gibt es auch eine Welt neben Windows. Wir sichern unsere eigenen Produkte und Cloud-Dienste so ab, wie wir können. Genauso aber auch die Dienste und Anwendungen, die wir auf Betriebssystemen Dritter anbieten. Es macht für uns keinen Unterschied, ob eine Anwendung auf Windows oder auf einem anderen Betriebssystem läuft – die Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle. 

 

Ansprechpartner.

Bechtle update Redaktion

update@bechtle.com

 
Links zum Thema. 
  • Bechtle Security-Lösungen
  • Artikel: Wurde ich gehackt? So prüfen Sie Ihre Zugangsdaten
  • Artikel: Cybercrime trifft jeden – Milad Aslaner, Spezialist für Cyber Defense bei Microsoft, im Video-Interview
  • Artikel: 5 Fragen an Cybercrime-Experte Prof. Dr. Marco Gercke
  • Artikel: AGB, Cybercrime, Datenschutz – über Vertrauen im Internet

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Veröffentlicht am 25.01.2019.