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Mecuris revolutioniert die Orthopädie-Technik.
Bisher mussten Patienten, die orthopädische Prothesen oder Orthesen benötigten, immer Kompromisse eingehen: Sie wählten die Größe, die am ehesten passte, und auch das ästhetische Erscheinungsbild der Hilfsmittel war dabei häufig wenig ansprechend. Alternativ gab es nur die Möglichkeit, zu einem deutlich höheren Preis ein handwerklich produziertes, individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnittenes Produkt herstellen zu lassen. Jetzt ist mit Mecuris ein Unternehmen am Markt, das neue Möglichkeiten eröffnet und die Gesundheitsversorgung insgesamt verbessern will.

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Auf Basis von Forschungsarbeiten, Fachkompetenz, digital vernetztem Denken und Know-how im 3D-Druck hat das junge Unternehmen aus München eine webbasierte Lösungsplattform entwickelt. Orthopädietechniker können damit individuell auf die Bedürfnisse ihrer Patienten eingehen und gleichzeitig die Vorteile hochgradiger Automatisierung nutzen. In nur drei Schritten erstellen sie über die Mecuris Solution Platform perfekt passende orthopädische Schienen (Orthesen) und künstliche Gliedmaßen (Prothesen). Im Vergleich zu herkömmlichen Konstruktions- und Produktionsprozessen reduzieren die Techniker dabei erheblich Zeitaufwand und Kosten.

 

Mecuris digitalisiert die Anpassungsprozesse, automatisiert die  Konstruktion und nutzt die Potenziale modernster 3D-Drucktechnik.  Damit revolutioniert das Unternehmen die Orthopädietechnik und stellt moderne, trägerspezifische und attraktive Prothesen sowie Orthesen mit CE-Kennzeichnung bereit. Die Kosten für die individuelle Versorgung sind durch diese Entwicklung und Automatisierung vergleichbar mit jenen, die bei konventioneller Herstellung entstehen. Dank des innovativen Verfahrens von Mecuris steigt nicht nur die Zufriedenheit der Träger mit ihren orthopädischen Hilfsmitteln, sondern auch die Produktivität der Orthopädietechniker.

 

 
Software für Pioniere.

Grundlage der neuen Entwicklung sind die 3D-CAD-Software SOLIDWORKS und die Möglichkeiten der additiven Fertigung. Prothesen und Orthesen können nun digital maßgeschneidert und innerhalb kürzester Zeit per 3D-Druck hergestellt werden. Bei der schnellen und effizienten Einführung von SOLIDWORKS wurde Mecuris durch die SolidLine AG, Beratungs- und Software-Haus der Bechtle Gruppe, unterstützt.

 

Jannis Breuninger, Firmenmitgründer und Leiter der Produktentwicklung bei Mecuris, war am Forschungsprojekt beteiligt, das die weltweit erste 3D-gedruckte Beinprothese hervorbrachte. Ihm zufolge war der Einsatz einer robusten Entwicklungsumgebung, die nicht nur 3D-Druck unterstützt, sondern auch die Automatisierung der unzähligen Konfigurationskombinationen ermöglicht, damals entscheidend für den Erfolg. „Ich habe während meiner Arbeit am Fraunhofer IPA mit vielen CAD-Tools gearbeitet. Dabei haben mir die aufgeräumte Benutzeroberfläche und die intuitive Bedienung von SOLIDWORKS sehr gut gefallen, beides ermöglicht ein hohes Arbeitstempo.“

 

Doch als junges Start-up besaß Mecuris nicht die Mittel für den Erwerb der SOLIDWORKS 3D-Konstruktionsumgebung, die Jannis Breuninger im Rahmen seiner ersten Forschungsarbeiten verwendet hatte. SolidLine bietet jedoch mit dem Programm „SOLIDWORKS für Entrepreneure“ die passende Lösung an. Das Programm stellt eine Kombination aus zehn vergünstigten Lizenzen bereit und eignet sich damit besonders für Unternehmen in der Startphase.

 

„Ich war froh, dass ich bei Mecuris wieder mit dieser Software arbeiten konnte. Mit SOLIDWORKS können parametrische Modelle erstellt werden. Die Parameter können extern angesprochen werden, wodurch wir eine automatische Erstellung von individuellen Bauteilen erreicht haben“, sagt Jannis Breuninger. „Das hat den Entwicklungsprozess – vom Entwurf bis zur Marktreife – beschleunigt. Seitdem setzen wir bei Konstruktion und Visualisierung unserer Produktlinien standardmäßig auf SOLIDWORKS Premium.“

 

 

Mehr Freiheitsgrade.

Mecuris macht sich die parametrische Natur der 3D-CAD-Software und die Stärken der SOLIDWORKS Konstruktionskonfigurationen zunutze. Durch die Identifizierung der wichtigsten Faktoren bei der Prothesenentwicklung – darunter die der Abmessungen von  Füßen und Gliedmaßen, des Patientengewichts und der individuellen Lastbedingungen – konnten die Mitarbeiter Konstruktionstabellen erarbeiten, die alle möglichen Parameterkombinationen umfassen. Die Tabellen helfen bei der Automatisierung der Konstruktion. Dadurch entstehen individuelle Modelle in wenigen Minuten statt in Tagen, ihre separate Modellierung ist zudem überflüssig geworden.

 

„Je mehr Parameter wir hinzufügen, desto mehr Freiheitsgrade erhalten unsere Prothesen“, sagt Manuel Opitz, Mitgründer und Geschäftsführer von Mecuris. „Wir arbeiten mit 3D-Druck-Anbietern zusammen,  um die individuellen Prothesen mittels Lasers intern in Polyamid 12 zu fertigen – einem herkömmlichen Thermoplast, der genau die richtigen Materialeigenschaften für diesen Zweck aufweist. Dadurch können wir auf der ganzen Welt Prothesen konfigurieren und fertigen.“

 

 

Darüber hinaus griff das Unternehmen auf die SOLIDWORKS API (Application Programming Interface) zurück, um die SOLIDWORKS Konstruktionskonfigurationen mit der Mecuris Solution Platform zu vernetzen. Orthopädietechniker verwenden das Online-Portal intuitiv – das heißt ohne Vorkenntnisse in CAD-Programmen oder im 3D-Druck – zu Konfiguration und Bestellung von Prothesen. „Unsere Software führt zertifizierte Orthopädietechniker durch den Konfigurationsprozess und bezieht dadurch Daten für die Abmessungen und den 3D-Scan“, erklärt Manuel Opitz. „Auf diese Weise werden die Techniker in die Konstruktion der Prothese einbezogen, insbesondere was Form und Funktionalität anbelangt.“

 

„Der Leiter unserer Softwareabteilung hat mithilfe der SOLIDWORKS API ein Transferprotokoll entwickelt, über das unsere Online-Anwendung mit SOLIDWORKS kommuniziert“, ergänzt Jannis Breuninger. Dadurch erhalten die Kunden direkt einen Eindruck davon, wie die künftige Prothese aussehen wird. Auch in dieser Hinsicht stärkt SOLIDWORKS das Alleinstellungsmerkmal von Mecuris. „Diese Automatisierung unterscheidet uns von anderen Unternehmen, die viel Zeit für jede einzelne Bestellung aufwenden müssen“, sagt Jannis Breuninger.

MECURIS wurde Mitte 2016 als Spin-off des Klinikums der Universität München (LMU) gegründet. Mit derzeit 30 Mitarbeitern entwickelt und vertreibt Mecuris hochindividuelle 3D-gedruckte Orthesen und Prothesen sowie die zugehörige Automatisierungslösung (Mecuris Solution Platform). Kunden sind Sanitätshäuser und orthopädische Werkstätten. Das interdisziplinäre Team setzt sich aus Experten und Meinungsführern aus Orthopädie, Medizintechnik, Produktionstechnik, Informatik, Betriebswirtschaft und Design zusammen.

 

Ansprechpartner.

Mike Gregor
Leitung Geschäftsbereich 3D-Druck

SolidLine AG
mike.gregor@solidline.de

 

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Veröffentlicht am 28.05.2019.