Führung verändert sich.
Wir hören und lesen es an vielen Stellen. Die Wissenschaft tritt den Beweis an. Die Praxis zeigt es uns. Und nehmen wir uns eine ruhige Minute, spüren wir es sogar: Führung verändert sich. Warum ist das eigentlich so?

Artikel teilen

Erklärungsansätze gibt es viele. Darunter die Klassiker: Unsere Zeit wird immer knapper, die Anforderungen und Erwartungen von allen Seiten steigen, wir müssen schneller und möglicherweise auch mehr entscheiden, der Druck nimmt zu. Ja, das ist alles richtig. Wir befinden uns inmitten eines starken gesellschaftlichen Wandels. Hierarchien verändern sich, das Denken in klar umrissenen Organisationseinheiten löst sich zunehmend auf, Macht als Selbstzweck trifft auf Ablehnung (was gut ist) und nicht geteiltes Wissen wird noch weniger akzeptiert als Unwissenheit. Wir wissen, dass die verschiedenen Generationen – X, Y und Z – im Arbeitsumfeld ganz unterschiedliche Anforderungen formulieren. Wir wissen (eigentlich), dass divers besetzte Teams bessere Ergebnisse erzielen. Wir registrieren, dass immer mehr in Kooperationen abläuft und Teams agil miteinander arbeiten. Spätestens seit der Corona-bedingten Zeit im Homeoffice haben wir einen lebendigen Eindruck davon, wie verteiltes, ortsunabhängiges Arbeiten funktionieren kann. Und zugleich spannt sich der Bogen immer weiter – denn reicht es heute eigentlich, nur die klassische disziplinarische Führung zu betrachten? Wie nehmen wir diejenigen mit, die fachlich führen? Ganz schön viel Veränderung! In diesem Umfeld ist Führung kein einfaches Unterfangen, sondern „echte Arbeit“. Und Grund genug, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen.

Führung bei Bechtle.

Die Diskussion um gute Führung findet momentan auch bei Bechtle statt. Wieder. Denn das Thema rückt in Intervallen zurück in den Fokus. So geht es vermutlich vielen Unternehmen. Auf der jährlich stattfindenden internen Tagung STRAT_2020 mit rund 1.500 Teilnehmern antwortete der Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Olemotz auf die Frage, warum das Thema Führung so wichtig für Bechtle sei: „Weil ich zutiefst der Überzeugung bin, dass unser nachhaltiger zukünftiger Erfolg davon abhängt, wie erfolgreich wir als Führungskräfte in diesem Unternehmen führen. Ein ganz wesentliches Erfolgspotenzial für Bechtle sind die Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Und damit wird die Qualität der Führung selbst zum Erfolgsschlüssel“.

Das ist eine bemerkenswerte Aussage, denn Bechtle hatte gerade das erfolgreichste Jahr in seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen. So schlecht kann es also um die Führungsqualität nicht bestellt sein, oder? Dennoch hat der Vorstand das Thema Führung Anfang des Jahres sehr prominent platziert. Und das aus gutem Grund: Bechtle hat sich mit der Vision 2030 ambitionierte Ziele gesetzt und nicht zuletzt Führung als einen der zentralen Erfolgsfaktoren für die Realisierung der Vision identifiziert.

Nun wissen wir alle, dass Veränderungen in sehr guten Zeiten recht schwer umzusetzen sind. Es fehlt der „sense of urgency“. Oder anders gesagt: Es läuft doch. Wir wissen aber auch, dass wir Veränderungen am besten in den Zeiten angehen sollten, in denen es uns sehr gut geht – wir die Themen also in einer Phase der Stärke adressieren können. Unter diesem Eindruck startete im Februar 2020 die Führungsinitiative bei Bechtle.


Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass unser zukünftiger Erfolg davon abhängt, wie erfolgreich wir als Führungskräfte in diesem Unternehmen führen. Ein ganz wesentliches Erfolgspotenzial für Bechtle sind die Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Und damit wird die Qualität der Führung selbst zum Erfolgsschlüssel.

 

Dr. Thomas Olemotz

 

 
twittern

Neue Führungsleitlinien und die Bechtle Führungsinitiative.

Die Basis für das Bewusstsein, dass gute Führung ein echter Erfolgsfaktor ist, haben wir bei Bechtle mittlerweile geschaffen. So wurden zum Beispiel die alten Führungsgrundsätze durch neue, modernere Führungsleitlinien ersetzt. Die fünf neuen Führungsleitlinien formulieren den Rahmen, in dem Führung bei Bechtle stattfinden soll. Ihre Veröffentlichung begleitete den Start der Initiative.

Ein weiteres sichtbares Zeichen war der Launch der Bechtle Führungsplattform. Über diese Plattform soll Führung zum Gesprächsthema werden. Und zwar für alle Mitarbeiter, nicht nur für Führungskräfte. So wie die Führungsleitlinien Transparenz und Offenheit einfordern, so soll auch die Führungsplattform für Transparenz und Offenheit stehen. Denn Führung geht alle an. Und deshalb sollten wir auch gemeinsam offen darüber reden. Für jeweils zehn Wochen steht eine der Führungsleitlinien im Fokus. Jede Woche wird ein neues Schwerpunktthema adressiert und diskutiert. Ziel ist es, Führungskräfte und Mitarbeiter zu sensibilisieren, dass gute Führung den Unterschied machen kann (und wird). Besucher und Klickzahlen bestätigen den Erfolg. Führung ist im Bewusstsein, Themen rund um Führung sind von Interesse und Führungskräfte wie Mitarbeiter beschäftigen sich damit.

Führungsroadmap.

Die Führungsinitiative ist Teil eines langfristig angelegten Prozesses, der Bechtle dauerhaft begleiten soll. Führung zu verändern braucht Zeit. Und wir tun gut daran, uns diese Zeit zu nehmen. Daher erscheint es uns hilfreich, über eine Roadmap sehr genau zu schauen, in welchen „Etappen“ die Veränderung stattfindet. Nach der Sensibilisierung und dem Schaffen des Rahmens hat sich Bechtle entschieden, im nächsten Schritt – sehr klassisch – Trainings für die Führungskräfte anzubieten. Zum Teil obligatorisch, zum Teil fakultativ werden in den kommenden zwei Jahren über die Trainings Standards gesetzt, wird ein gemeinsames Verständnis geschärft und werden wesentliche Skills weiterentwickelt.

Parallel dazu passen wir die Entwicklungsprogramme an, die auf erste oder weiterführende Führungspositionen im Konzern vorbereiten, und stellen das Qualifizierungsportfolio für Führungskräfte kräftig  um. Weitere Themen sind bereits auf den Weg gebracht: So haben wir über eine konzernweite Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung die Chance, mehr über die Treiber der Zufriedenheit zu erfahren. Übrigens ein erster Test, ob wir das neue Verständnis von Führung schon gut verinnerlicht haben. Entscheidend wird nämlich nicht die Befragung an sich oder das zahlenmäßige Ergebnis sein, sondern die Art und Weise, wie Führungskräfte mit den Ergebnissen umgehen. Akzeptieren wir, dass unsere Mitarbeiter unser (größtes) Erfolgspotenzial sind, dann sollten wir die Ergebnisse sehr ernst nehmen und eine Umgebung schaffen, in der sich Mitarbeiter entwickeln, wachsen und sich wohlfühlen können.

Mit dem „Führungsfeedback“ wird Bechtle im kommenden Jahr ein Instrument zur Verfügung stellen, das hilft, mehr über das eigene Führungsverhalten zu lernen. Geplant ist derzeit ein klassisches 180-Grad-Feedback. Verschiedene andere Interventionen sollen folgen – mit Bedacht, nicht zu schnell und nicht zu viel, aber mit dem klaren Ziel, den Veränderungsprozess aktiv zu gestalten.

Denn wenn es stimmt, dass Führung auch in Zukunft ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, dann tun wir gut daran, uns intensiv damit zu beschäftigen.

Dieser Artikel stammt aus der Printausgabe Bechtle update 02/2020. Die Printausgabe können Sie kostenlos bestellen, abonnieren oder als pdf-Datei herunterladen.

 

ZUR PRINTAUSGABE

 

Ansprechpartner.

Thomas Erfort

Leiter Personalentwicklung und Akademie
thomas.erfort@bechtle.com

 

Zum Thema.

  • Blog: Digitalisierung der Arbeitswelt. Drei Maßnahmen für Führungskräfte.
  • Artikel: Zukunftsstark? Natürlich! Führungsverantwortung? Sehr gerne!  – Aber wie?
  • Artikel: Goldrichtige Führung: Sabine Single ist IT Woman of the Year.

 

Newsletter. 

Erhalten Sie die besten Artikel aus dem Bechtle update alle zwei Monate direkt in Ihr Postfach. Hier geht's zur Anmeldung:
 

NEWSLETTER

 

 

Veröffentlicht am 28.09.2020.