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Mehr Swissness – Die Zukunft von Bechtle in der Schweiz.
Die Schweiz ist Mitte der 1990er-Jahre der erste Ankerpunkt in der internationalen Entwicklung von Bechtle. Seitdem ist Bechtle fester Bestandteil des Schweizer IT-Markts und heute mit Unternehmen in allen Geschäftsbereichen der Gruppe vertreten. Ab 2020 schließen sich Bechtle Steffen Schweiz, Comsoft direct und Bechtle Steffen IT-Services zur Bechtle Schweiz AG zusammen. Bereichsvorstand Hanspeter Oeschger spricht im Interview über die Hintergründe der Neuorganisation, was Kunden und Partner von ihr haben und welche Faktoren für IT-Unternehmen in Zukunft erfolgsentscheidend sind.

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Bechtle Steffen Schweiz, Comsoft direct und Bechtle Steffen IT-Services werden ein Systemhaus – die Bechtle Schweiz AG. Was sind die Beweggründe für diesen Schritt?

Hanspeter Oeschger: Mit der erfolgreichen Zusammenführung der Bechtle IT-Systemhäuser und Steffen Informatik haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem einheitlichen Full-Service-Dienstleister im Schweizer Markt erreicht. Die Erfahrung zeigte, dass die intensivierte Kooperation unserer zahlreichen Spezialisten ganz neue Möglichkeiten schafft, um Kunden ganzheitlich zu betreuen. Der nächste Schritt bedeutet, die umfangreichen Kompetenzen der Bechtle Gruppe im Softwarebereich in das Systemhausgeschäft einzubinden und unser gesamtes Portfolio noch stärker in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden zu verankern. Gleichzeitig positionieren wir uns als integriertes, in allen Zukunftsthemen exzellent aufgestelltes IT-Systemhaus in der gesamten Schweiz.

 

Was bedeutet der Zusammenschluss unter einem Namen konkret für die involvierten Unternehmen und Niederlassungen?

Im Bereich IT-Systemhaus & Managed Services werden ab dem 1. Januar 2020 unter dem Namen Bechtle Schweiz AG über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenarbeiten. Sie agieren im Markt in den beiden Organisationseinheiten „Deutschschweiz“ und „Westschweiz“, die jeweils von einer eigenen Geschäftsführung verantwortet werden. Innerhalb der Einheiten sind unsere Verkaufsregionen und Business Units angesiedelt. Die regionalen Verkaufsleiter für die Regionen Basel, Bern, Zürich/Zentralschweiz, St. Gallen, Lausanne und Genf sowie die Business-Unit-Leiter werden dabei deutlich mehr Verantwortung für ihren Bereich übernehmen. So stärken wir die für Bechtle charakteristische Nähe zum Kunden mit der Effizienz und dem gebündelten Know-how einer integrierten Organisation. In dieser Aufstellung betreuen wir unsere Kunden in den beiden Sprachgebieten gesamtheitlich und kompetent. Wir sind überzeugt, dass wir ihnen damit im Vergleich zu unseren Wettbewerbern einen deutlichen Mehrwert bieten können.

 
Wie sieht es mit den Softwarespezialisten der Bechtle Gruppe in der Schweiz aus? Bleiben sie weiterhin unter ihren angestammten Namen am Markt aktiv?

Wenn wir von den Applikationsspezialisten Acommit, Alpha Solutions und Solid Solutions sprechen, so gehören sie aktuell nicht zu meinem Führungsbereich und sie werden ihren erfolgreichen Kurs im Markt unter eigenem Namen fortsetzen. Mit ihren branchenspezifischen Lösungen für ERP, CRM oder CAD ergänzen sie das Portfolio der Bechtle Gruppe perfekt, weshalb wir eng mit den Kolleginnen und Kollegen kooperieren. Das Westschweizer IT-Beratungsunternehmen Evolusys zählt hingegen direkt zur neuen Systemhausaufstellung, da deren Experten infrastrukturnahe Lösungen für das Projektgeschäft entwickeln. Das Gleiche gilt auch für die jüngst integrierte algacom, die uns mit ihrem Know-how rund um Collaboration und Identity & Access Management deutlich verstärkt.

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2
Organisationseinheiten

Deutschschweiz

Westschweiz

 

  

 

 

 

9
Standorte

Damit in den wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes vertreten. 

Kundennah wie immer bei Bechtle.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung der Neuorganisation?

Veränderung heißt, einen bestehenden Zustand loszulassen, um in einen neuen Zustand zu gelangen. Die Herausforderung liegt darin, in der Phase zwischen diesen beiden Zuständen zum einen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „abzuholen“, die Ziele zu verdeutlichen und sie von den Vorteilen des Neuen zu überzeugen. Auf der anderen Seite steht das Tagesgeschäft, das kontinuierlich hohe Anforderungen an Leistung und Qualität in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden stellt. Bis heute haben wir schon sehr viel erreicht. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit großem Einsatz und mit viel Enthusiasmus an der Realisierung unsere gemeinsamen Ziele arbeiten.

6
Verkaufsregionen

Basel, Bern, Zürich/Zentralschweiz,

St. Gallen, Lausanne, Genf.

Welchen Nutzen haben Kunden und Partner von einem integrierten Schweizer IT-Systemhaus?

Ich bin überzeugt, dass der Effekt für unsere Kunden und Partner sehr groß sein wird. Zukünftig werden unsere Kunden für alle Fragen im Zusammenhang mit IT einen kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner haben. Dank der spezialisierten Business Units werden wir die Kompetenzen und die Geschwindigkeit nochmals deutlich steigern können. Dazu gehört, dass wir in der Lage sind, Produkte der Hersteller mit spezifischen Entwicklungen zu veredeln und den Nutzen für den Kunden gezielt zu erhöhen. Auch von unserer Größe werden unsere Kunden profitieren, denn wir bieten ihnen zu allen wichtigen Themen entsprechende Spezialisten und unterstützen sie dabei, Innovationen voranzutreiben. Große Vorteile sehe ich auch für unsere Herstellerpartner: In vielen Disziplinen werden wir zu einem der wichtigsten Anbieter in der Schweiz. Ich bin sicher, dass wir für die großen IT-Projekte in der Schweiz ein kompetenter Ansprechpartner für unsere Lieferanten sind.

 

Sie sind seit 30 Jahren erfolgreich als IT-Manager bei Bechtle tätig: Worin liegt für Sie persönlich der Reiz, erneut ein Unternehmen zu formen?

Unter Druck funktioniere ich am besten. Herausfordernde Ziele anzupacken hat mich schon immer gereizt. Das Projekt „One Bechtle“ in der Schweiz gehört sicher zu dieser Kategorie. Hier kann ich alle meine Erfahrungen, die ich in den letzten 30 Jahren gesammelt habe, in die Waagschale werfen und ein erfolgreiches Bechtle Unternehmen in der Schweiz gestalten.

 

IT verändert unser Wirtschaften weltweit. Sie trifft aber immer auch auf spezifische Wirtschaftskulturen. Was ist aus Ihrer Sicht charakteristisch für den Schweizer IT-Markt?

Obwohl die Schweiz zum selben Kulturkreis wie die Nachbarländer zählt, sind doch Kultur und Mentalität der Einwohner teilweise grundlegend anders. Die Schweizer lieben es klein, haben eine Igelmentalität, stehen auf Qualität, Perfektionismus, Präzision und Pünktlichkeit und sie gelten in der Regel als sparsam. Diese Mentalität und die Mehrsprachigkeit haben einen starken Einfluss auf die Wirtschaft in der Schweiz. Gerade im Vertrieb müssen wir in der Schweiz insbesondere die Vorlieben und die Sprachregionen – Deutsch, Französisch, Italienisch – berücksichtigen. Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden die Klein- und Mittelunternehmen mit 99 Prozent der registrierten Firmen. Unsere Vertriebsmitarbeiter haben es deshalb in der Regel mit vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen zu tun. Die wenigen großen Konzerne werden indes von einer Vielzahl von IT-Unternehmen adressiert. Ein in hohem Maße kundenorientiertes Produkt- und Lösungsportfolio ist deshalb wichtig, um in allen Marktsegmenten erfolgreich zu sein.

 
500 +
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Von großer Vielfalt, in zwei Sprachregionen zu Hause – und starker Teil der gesamten Bechtle Gruppe in der Schweiz mit über 1.000 Mitarbeitenden.

Bechtle ist seit Jahrzehnten aktiver Gestalter in der Schweizer IT-Landschaft – was macht für Sie die „Swissness“ von Bechtle aus?

Als ursprünglich deutsches Unternehmen Swissness auszustrahlen und einen starken Bezug zur Schweiz herzustellen ist kein Selbstläufer. Obwohl wir Nachbarländer sind, gibt es doch große Unterschiede. Beispielsweise werden Sachlichkeit und Direktheit im Umgang oftmals als Arroganz wahrgenommen, was sicher nicht beabsichtigt ist. Wir haben hier noch eine Wegstrecke zurückzulegen. Einfach Armbrust oder Schweizerkreuz als Symbole zu verwenden reicht natürlich nicht. Wir sind seit vielen Jahren am Markt, beschäftigen zahlreiche Menschen in spannenden Aufgaben mit und für die Schweizer Wirtschaft. Diesen Weg gehen wir weiter und werden als Bechtle Schweiz AG unser Profil als starker IT-Zukunftspartner weiter schärfen. Dazu gehören auch ein eigener Hauptsitz in der Schweiz und der Ausbau unseres in Breite und Tiefe einmaligen Portfolios.

 

Welchen Schwerpunkten widmet sich Bechtle in der Schweiz 2020 und darüber hinaus?

Mit unseren 360° Managed Services sind wir in der Schweiz bei Kunden bis rund 250 IT-Arbeitsplätze seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Wir konnten auch in diesem Jahr ein beträchtliches Vertragsvolumen mit Neukunden generieren. Nun haben wir uns vorgenommen, das 360°-Produktportfolio gezielt auszubauen und es für größere Kunden mit bis zu rund 1.000 IT-Arbeitsplätzen interessanter zu machen. Daneben werden wir unsere Angebote noch konsequenter auf die Kundensegmente KMU, Enterprise und Public Sector ausrichten. Zusätzlich investieren wir aber auch in neue Bereiche und Technologietrends wie IoT und humanoide Roboter für den Dienstleistungs- oder Pflegebereich. Ich bin davon überzeugt, dass wir in diesen Themen als lösungsorientiertes Systemhaus für unsere Kunden im Bereich der digitalen Transformation wichtigen Input liefern können.

 

Jenseits von Vision und Strategie ist Führung ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Welcher Führungsphilosophie folgen Sie?

Ich versuche ein gutes Vorbild zu sein. Wer Menschen führt, trägt eine große Verantwortung. Denn Vorbilder nimmt man vor allem durch selbst erlebte positive Beispiele wahr. Unabhängig von Krise oder Schönwetterlage gehört für mich dazu, dass eine Führungskraft authentisch ist und das tut, was sie sagt. Wichtige Kriterien sind außerdem Berechenbarkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz und Nähe zu den Mitarbeitenden. Ein Erfolgsfaktor ist außerdem, auch kritische Fragen offen mit den Mitarbeitenden zu diskutieren.

 

Was wird in Zukunft über den Erfolg eines IT-Unternehmens entscheiden?

Aus meiner Sicht sind es unabhängig von der Branche drei Faktoren, die für Unternehmen entscheidend sein werden. An erster Stelle steht, kundenorientiert zu denken und zu handeln: Wir müssen die Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden regelmäßig und systematisch in unseren Produkten, Dienstleistungen und Prozessen berücksichtigen. Den zweiten Faktor sehe ich darin, Leidenschaft zu entwickeln. Leidenschaft sorgt dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über sich hinauswachsen. Wenn wir uns leidenschaftlich für eine Aufgabe einsetzen, dann macht sie mehr Freude – und wir machen sie auch besser. Der dritte Erfolgsfaktor heißt Agilität. Jedes wachstumsstarke Unternehmen muss ein Geschäftsmodell besitzen, das flexibel auf die aktuellen Marktveränderungen reagieren kann. Die heutige Zeit ist schnelllebiger, und deshalb muss ein Unternehmen agil sein und sich permanent an den Markt anpassen.

 

Wo sehen Sie Bechtle 2025 in der Schweiz?

 

Das ist eine gute Frage. Ich hoffe, dass sich bis dahin meine Erwartungen erfüllen und sich Bechtle zum erfolgreichsten IT-Anbieter der Schweiz entwickelt.

 

Jenseits Ihrer unternehmerischen Ambitionen, wie sieht ein perfekter freier Tag für Sie aus?

 

Ein perfekter freier Tag startet für mich mit einem ausgiebigen Frühstück und enthält keine Verpflichtungen, keine Meetings oder Termine, sondern nur machen können, was man will, und nicht, was man muss. Dann genieße ich die Zeit mit meiner Familie, wandere, spiele Musik oder lese einen amüsanten italienischen Krimi.

 


Ich bin überzeugt, dass der Effekt eines integrierten Schweizer IT-Systemhauses für unsere Kunden und Partner sehr groß sein wird. Zukünftig werden unsere Kunden für alle Fragen im Zusammenhang mit IT einen kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner haben.

 

Hanspeter Oeschger

 

 
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Veröffentlicht am 17.12.2019.