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Was macht ein IT-Business-Architekt? Einblicke in die Praxis.
Die zertifizierten Bechtle IT-Business­-Architekten vermitteln zwischen Geschäftsleitung und IT. Was bedeutet das in der Praxis? Einblicke in ein Kundenprojekt mit Steffen Eisenhut und Peter Morwinski.

 

Kann unsere bestehende IT mit unserer geplanten Geschäftsentwicklung Schritt halten? Wie kann unsere IT die Geschäftsentwicklung unterstützen? Diesen Fragen eines Chemieunternehmens im Frankfurter Raum, das sich zum gehobenen Mittelstand zählt, sollte Steffen Eisenhut als IT-Business-Architekt auf den Grund gehen. Wir haben Eisenhut während seines Projekts begleitet.

 

Steffen Eisenhut arbeitet als zertifizierter IT Business Architekt bei Bechtle. Sein Schwerpunkt liegt in der strategischen Beratung mittelständischer Unternehmen bundesweit bei der Entwicklung ihrer IT, in der Modellierung und Dokumentation ihrer Geschäftsprozesse.

 

Nachdem das Russlandgeschäft eingebrochen war, dachte die Geschäftsleitung über eine neue Strategie nach, die Umsatzverluste zu kompensieren und das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Die Entscheidung, den Export zu forcieren lag nahe und das Potenzial war schnell bewertet. Der Kaufmännische Leiter suchte eine kompetente Einschätzung für die Belastbarkeit der IT. Sein Bechtle Ansprechpartner brachte mit IT-Business-Architekt Steffen Eisenhut einen ausgewiesenen Spezialisten ins Spiel.

 

„Viele Kunden erwarten, dass wir mit den typischen IT Themen kommen: Die Server sind zu alt, das Netzwerk ist zu langsam“, sagt Eisenhut. Angesehen hat sich Eisenhut die Unternehmensziele für die kommenden Jahre. „Erst auf dieser Basis konnten wir die entsprechenden IT-Ziele mit Geschäftsleitung und dem IT-Leiter erarbeiten.“

 

Die IT-Abteilung in die Unternehmensabläufe integrieren.

Der erste Schritt war eine Organisationsberatung der IT-Abteilung. Die war beim kaufmännischen Leiter angesiedelt und nicht genügend in die Unternehmensabläufe integriert. „Die IT muss wissen, was auf sie zukommt“, erklärt Eisenhut. Seine Empfehlung ist, die IT als Stabsstelle für neue Produkte und Entwicklungen beim Management aufzuhängen und regelmäßig an den Jour Fix des Managements zu beteiligen.

 

„Natürlich sehen wir uns auch an, wie die IT-Abteilung organisiert ist und arbeitet.“ Eisenhut stellte dem IT-Leiter und seinen Mitarbeitern Fragen. Ein Vorgehen, das beim Kunden durch die Geschäftsführung gut kommuniziert werden muss. Sonst kann es schnell zu Irritationen kommen.

 

 

 

Mithilfe des IT-Business-Navigators erhalten wir Management-taugliche Zahlen und Auswertungen als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung.

 

 

Der IT-Leiter habe Eisenhut kurz nach Projektstart zur Seite genommen: „Was genau ist eigentlich Ihr Auftrag? Geht es etwa um unsere Jobs“, habe der IT-Leiter besorgt gefragt. Ein typischer Fall unzureichender Kommunikation zwischen Geschäftsleitung und IT. Bei weitem kein Einzelfall, erklärt Eisenhut. Aber ein wichtiger Bestandteil seiner Tätigkeit: IT-Business-Architekten vermitteln zwischen IT und Geschäftsleitung. Die Geschäftsleitung löste das Missverständnis schnell auf, das Projekt konnte weitergehen.

 

„Ein für den IT-Leiter überraschendes Ergebnis war unser Vorschlag, die Aufgaben innerhalb der Abteilung effizienter zu verteilen und zusätzlich einen weiteren Administrator einzustellen beziehungsweise über ein Managed Service-Konzept zur Auslagerung bestimmter Aufgaben nachzudenken.“ Nur so sei für das Team das gesamte Pensum zu bewältigen und genügend Freiraum, um strategische Themen und zukünftige Projekte zu planen und dann adäquat umzusetzen. Durch seine Vermittlung sei das Standing der IT-Abteilung im gesamten Unternehmen aufgewertet worden.

 

Transparenz schaffen mit dem IT-Business-Navigator.

„Natürlich kümmern wir uns auch um die klassischen IT-Themen“, sagt Eisenhut. Aber muss die IT-Strategie erarbeitet und die Organisation entsprechend aufgestellt sein. „Das ist die Grundlage für alle neuen Projekte. Wir haben festgestellt, welche Systeme relevant sind und daher besonders zu schützen. Unser Instrument ist der IT-Business-Navigator“, ein modulares Beratungsframework, das die IT des Kunden transparent macht: Der IT-Business-Navigator schafft Transparenz durch eine unabhängige Betrachtung, Analyse und Bewertung der Organisationsstrukturen, Geschäftsprozesse, IT Business Services und Infrastruktur Services. Das Resultat sind Kennzahlen und Reifegrade: „Wir erhalten so Management-taugliche Zahlen und Auswertungen als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung.“ Diese Auswertungen beruhen auf Analysen, die beispielsweise mithilfe der IT-Business-Landkarte durchgeführt werden. (siehe Video unten).

 

„Wichtig war für den Kunden, eine langfristige IT-Strategie zu erarbeiten, die an den Bedürfnissen der Geschäftsentwicklung ausgerichtet ist“, resümiert Eisenhut. Und auch dass sich die Stellung der IT innerhalb des Unternehmens verbessern konnte, werten Geschäftsführung und IT-Leiter als Erfolg des IT-Business-Architekten-Einsatzes.

Veröffentlicht am 08.02.2017.