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Operieren mit HoloLens.
Seit März 2018 ist es offiziell: HoloLens ist in den OP-Saal eingezogen. Gemeinsam mit dem jungen Hamburger Unternehmen apoQlar entwickelten Ärzte unter anderem des Kath. Marienkrankenhaus Hamburg ein neues und präzises Operationsverfahren. Ein digitaler Assistent projiziert virtuelle dreidimensionale Bilder auf Patienten. Die Software Virtual Surgery Intelligence (VSI) läuft auf Microsoft HoloLens-Brillen – Mixed reality, geliefert von Bechtle.

Das Projekt startete mit dem Oberarzt für Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie/HNO-Heilkunde, Dr. med. Hans-Jürgen von Lücken, und seiner Kollegin Dr. med. Kathrin von Usslar. Beide Ärzte sind am Marienkrankenhaus Hamburg tätig. Als Teil des Medical Advisory Boards entwickelten sie zusammen mit apoQlar ein revolutionäres Verfahren. Die VSI-Software bildet auf Basis künstlicher Intelligenz dreidimensionale Projektionen von MRTund CT-Bildern auf der Brille ab, die von Chirurgen in beeindruckender Qualität auf den Patienten übertragen werden können. Es erscheint ein vollständig anatomisches Abbild mit allen Strukturen, das beliebig im Raum positioniert werden kann. Die reale Umgebung bleibt weiter sichtbar und die Hände der Ärzte bleiben frei zum Operieren.

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Blick auf den OP-Tisch durch die Microsoft HoloLens. Die neue Technologie vereinfacht Operationen, unterstützt die Ausbildung von Ärzten und kann helfen, die Patienten über bevorstehende Eingriffe aufzuklären.

 

Technologischer Fortschritt.


Das junge Hamburger Unternehmen apoQlar hat sich auf innovative Medizinanwendungen und dabei insbesondere auf bildgebende Verfahren (Mixed und Augmented Reality) spezialisiert. Die benötigten Brillen bezog apoQlar von Bechtle. Denn als einziger Microsoft HoloLens-Partner in Deutschland konnte nur Bechtle die Brillen liefern. HoloLens ist ein Computer mit Windows-Holographic-Betriebssystem. Die 3D-Brille ist WLAN-fähig und funktioniert ohne zusätzliche Geräte wie PC, Konsole oder Mobilgerät zur Steuerung.

 

„Dank kabellosem Akkubetrieb kann sich der Nutzer frei bewegen. Die Brille erfasst die Körperposition im Raum und lässt die 3D-Objekte an ihrem zugewiesenen Platz, auch wenn sich der Anwender bewegt. Gerade im OP-Saal ist das gegenüber der herkömmlichen Technik ein entscheidender Vorteil“, sagt Sebastian Schwab, VIPM Microsoft, Bechtle Logistik & Service GmbH. Das Marienkrankenhaus Hamburg setzt die Mixed-Reality-Brille von Microsoft vor, während und nach Operationen ein.

 


 

Die Brille erfasst die Körperposition im Raum und lässt die 3D-Objekte an ihrem zugewiesenen Platz, auch wenn sich der Anwender bewegt. Gerade im OP-Saal ist das gegenüber der herkömmlichen Technik ein entscheidender Vorteil.

 
Sebastian Schwab, VIPM Microsoft, Bechtle Logistik & Service GmbH

 

Intelligente Steuerung.


Mit Gestik und Sprache kann der Chirurg berührungslos Strukturen nach seinem Bedarf anpassen und entfernen. Die neue Technologie vereinfacht Operationen, unterstützt die Ausbildung von Ärzten und kann helfen, die Patienten über bevorstehende Eingriffe aufzuklären. Die Operationsleistung bleibt beim behandelnden Arzt und Operateur. Ein manueller Abgleich mit der zuvor erstellten 3D-Darstellung über einen Bildschirm entfällt. Die technologische Entwicklung startete im Kopf-Hals-Bereich und wird seitdem auf andere Körperzonen ausgeweitet.

 

Neben MRT- oder CT-Bildern können auch andere wichtige Daten des Patienten wie OP-Berichte, Arztbriefe, radiologische Befunde und Laborwerte über die HoloLens aufgerufen und dargestellt werden. Datenschutz inklusive: Nach der Operation werden die Daten auf der Brille gelöscht, sie verbleiben lediglich auf den Servern des Krankenhauses.
 

Das Unternehmen apoQlar mit Sitz in Hamburg ist weltweiter Vorreiter für innovative Medizinanwendungen. Es hat sich auf neueste Technologie spezialisiert, insbesondere auf Mixed und Augmented Reality sowie Datenauswertung zur Qualitätssicherung durch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.  

Veröffentlicht am 31.10.2018.