AZUBIT 10.02.2021

Mobiles Arbeiten vs. Präsenz – was ist besser?

Gerade in Zeiten von Corona und der Digitalisierung gewinnen Themen wie „Mobiles Arbeiten“ immer mehr an Bedeutung – auch für uns Azubis. Doch ist das mobile Arbeiten nun genauso gut wie der traditionelle „Bürojob“? Oder vielleicht sogar besser?

Luca Dorst
Auszubildender: Kaufmann für IT-Systemmanagement

Der eine oder andere von euch hat das Thema bestimmt schon mitbekommen – durch Eltern, Freunde oder Bekannte. Corona zwingt uns dazu, so wenig soziale Kontakte wie möglich zu haben. Und das betrifft natürlich auch das Arbeitsleben.

Für mich persönlich bietet das mobile Arbeiten klare Vorteile, wie z. B. die Geldersparnisse bezüglich Sprit- und Lebensmittelkosten und die Möglichkeit, etwas länger zu schlafen. Es eignet sich aber auch optimal, wenn man sich in eine komplizierte Thematik einlesen muss. Da kann man sich in einem ruhigen Umfeld natürlich viel besser auf das Lesen und Recherchieren konzentrieren. Das ist in einem Großraumbüro nicht immer möglich. Besonders dann, wenn mehrere Personen gleichzeitig telefonieren :D

Doch können diese Vorteile die Präsenzarbeit ersetzen? Meiner Meinung nach definitiv nicht zu 100 %. Denn wer mal auf seinen persönlichen Schrittzähler auf dem Smartphone achtet, wird sehen, dass man im Gegensatz zum Büro deutlich weniger Bewegung an den Tag legt. Dies liegt vor allem auch daran, dass die typischen Kaffeepausen mit den Kollegen entfallen. Mein persönlicher Rekord lag so an einem Tag bei rund 1000 Schritten – traurig aber wahr. Außerdem fällt der soziale Austausch mit den Kollegen weg! Denn die Atmosphäre und die Bindung zum Team und spontane Gespräche über den Tisch hinweg lassen sich nicht durch das Telefon ersetzen.

 


Hinzu kommt, dass in einem persönlichen Gespräch vor allem wichtige Themen viel besser behandelt werden können als über eine Webkonferenz. Denn hier kann man die Emotionen und Reaktionen seines Gegenübers viel besser deuten, als wenn man nur seine Stimme hört. Selbstverständlich hilft die Webcam ein wenig (was wir in Neckarsulm auch nutzen). Aber wer schon mal eine Videokonferenz mit mehreren Teilnehmern abgehalten hat, weiß, wie schnell die Internetverbindung unter diesem Datenaufwand leiden kann. Dies bringt mich auch schon zu meinem letzten Nachteil, der klassischen Technik. Wer kennt es nicht: Man ist beispielsweise in einer wichtigen virtuellen Besprechung und auf einmal hapert die Internetverbindung und der Sprecher hört sich an, als würde er gerade durch einen Tunnel fahren – so etwas kann sehr störend sein. Hält man aber seine Meetings zusammen in einem Konferenzraum ab, können Probleme dieser Art glücklicherweise nicht auftreten.

Also was ist nun besser? Das mobile Arbeiten oder doch die Präsenz im Büro? In erster Linie muss dies natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich euch jedoch versichern, dass das mobile Arbeiten auf Dauer keine optimale Lösung sein kann. Allein aus dem Grund, dass der Kontakt und der ungezwungene Austausch zu den Kollegen fehlt, was für mich persönlich sehr essenziell für eine gute Zusammenarbeit ist. Daher würde ich behaupten, dass ein gesunder Ausgleich aus Präsenz und mobilem Arbeiten die Lösung ist, da es in gewissen Situationen, wie z. B. beim Einlesen in eine komplizierte Thematik, von Vorteil ist, vom Homeoffice aus zu agieren.


Viele Grüße
Luca