05.05.2021

Microsoft Surface Duo: Das Smartphone mit dem gewissen Etwas.

Microsoft is back – auf dem Smartphone-Markt. Das Gerät kommt aber nicht, wie manche jetzt vielleicht denken, mit einer abgespeckten Version von Windows 10 auf dem Markt, sondern Microsoft hat sich für das Betriebssystem Android entschieden – ein Novum in der Firmenhistorie. Im Rahmen eines vierwöchigen Tests habe ich das Gerät im Business-Alltag genutzt und möchte nun gerne meine Erfahrungen teilen, was das Surface Duo von traditionellen Smartphones unterscheidet – und inwiefern das Gerät die Produktivität erhöht.

Verfasst von

Business Development Manager

E-Mail: michael.stachowski@bechtle.com

Das Surface Duo ist in jeder Hinsicht eine Besonderheit: Es hat zwei Displays. Es ist klappbar. Und es läuft nicht mit Windows, sondern mit Android. Optisch hat das Gerät auf jeden Fall „Style-Charakter“. Vorder- und Rückseite des Geräts sind aus Glas gefertigt, die Scharniere aus Metall. Das Gerät wirkt insgesamt griffig. Wer jetzt jedoch denkt, dass es sich hier um ein zusammenhängendes Display handelt, das sich wie bei anderen Smartphone falten lässt, der irrt. Microsoft ist hier einen eigenen Weg gegangen und hat zwei Displays über Einzelscharniere angebunden. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer beide Seiten des Geräts in jedem gewünschten Winkel aufstellen kann und es so möglich ist, den jeweils für sich besten Arbeitsmodus zu nutzen. Es ist z. B. auch möglich, nur eine Seite der beiden Displays zu verwenden.

Mit 10 Millimetern im zusammengeklappten Zustand ist das Surface Duo vergleichsweise sehr dünn – dennoch macht es einen äußerst stabilen Eindruck: Das Gerät gibt beim Transport in der Hostentasche kaum mach. Während meiner vier Wochen war es aber so, dass ich das Gerät kaum in der Hostentasche verstecken wollte. Im Gegenteil: Zu sehr hat mich das Display-Konzept fasziniert – und durch dieses außergewöhnliche Design war das Gerät oft ein willkommener Gesprächsöffner.

Der zweigeteilte Akku hat eine Gesamtnennladung von 3.577 mAh. Das reicht bei normaler Nutzung mit einem Display locker für einen Tag. Bei intensiver Nutzung für Videokonferenzen reduziert sich die Nutzungsdauer verständlicherweise erheblich.

Steigerung der Produktivität.

Das Gerät wurde in der Populärpresse häufig mit Geräten aus dem Hause Samsung oder Apple verglichen. In Sachen „Style“ darf und kann sich dieses Gerät auch durchaus mit den etablierten Größen auf dem Smartphone-Markt messen – und spielt meiner Meinung nach dort auch verdientermaßen in der Oberklasse mit.

Allerdings hinkt der Vergleich, wenn es um das Einsatzszenario des Geräts geht. Das Surface Duo ist ein Business Device und kein Consumer Device. Eine 30-Megapixel-Kamera mit 30-fachem Zoom sucht man hier vergeblich. Eine solche Kamera muss das Gerät aber auch nicht haben. Das Duo ist für Unternehmensapplikationen wie Teams, Outlook, den Edge-Browser, OneNote, ToDo & Co. optimiert. Schnell mal ein Flipchart abfotografieren oder eine Notiz erstellen, kurz einen Video-Anruf über Teams unterwegs entgegennehmen – das sind klassische Szenarien, in denen das Surface Duo seine Stärken ausspielt und für die es auch gebaut wurde. Und hier hat es meinen Alltag tatsächlich sehr vereinfacht. So konnte ich z. B. auf dem einen Bildschirm eine E-Mail verfassen, während ich auf dem anderen eine Videokonferenz verfolgen konnte.

Integration in die bestehende Unternehmensinfrastruktur.

Ein Arbeitsgerät muss natürlich auch in eine bestehende Arbeitsumgebung eingebunden werden. Android bringt von Haus aus die sogenannten Google Mobile Services (GMS) mit, die auch in das Surface Duo integriert wurden. Diese Dienste ermöglichen Unternehmen, verschiedene Szenarien für die Bereitstellung des Geräts im Rahmen von Android Enterprise zu realisieren. Typische Beispiele dafür sind z. B. Bring Your Own Device (BYOD), Company Owned/Personally Enabled (COPE) Devices. Dadurch kann das Surface Duo wunderbar in jede Mobility-Strategie eingebunden werden.

Abgerundet wird das Ganze dadurch, dass das Gerät auch über Microsofts hauseigenes MDM-System Microsoft Endpoint Manager/Microsoft Intune verwaltet werden kann und hier dann spezifische Policies zur Verfügung stehen, um das Gerät für den Unternehmenseinsatz entsprechend abzusichern.

Fazit.

Der Wiedereintritt in den Smartphone-Markt ist Microsoft meiner Meinung nach gelungen. Das Gerät verdient den Namen Surface zu Recht: Wer ein stylisches Arbeitstierchen sucht, das für Aufgaben im Microsoft Ökosystem optimiert wurde, wird mit diesem Gerät sehr zufrieden sein. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich während einer Teams-Konferenz mit dem Surface Pen gleichzeitig Notizen auf dem zweiten Bildschirm machen konnte. Oder ich bin unterwegs und muss mir mal eben ein paar Kurznotizen machen – aufklappen, OneNote starten und losschreiben. Ich freue mich schon jetzt (hoffentlich) auf das Surface Duo 2 und finde es schade, dass der Testzeitraum vorbei ist und ich das Gerät wieder abgeben muss.

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Diesen Beitrag haben wir veröffentlicht am 05.05.2021.