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Mehr als ein halbes Leben Bechtle.

„Als 1988 die erste Vision mit den Zielen Börsengang und 100 Millionen Mark Umsatz bis zum Jahr 2000 veröffentlicht wurde, habe ich mir wie viele andere an den Kopf gefasst“, gesteht Harald Lorch beim Gespräch in der Bechtle Unternehmenszentrale in Neckarsulm. Der 60-Jährige ist ein Mann der allerersten Stunde. Vor ihm gab es bei Bechtle nur die Gründer – Professor Klaus von Jan, Gerhard Schick und Ralf Klenk sowie Günter Weber und Rose von Jan. Er ist die Nummer drei. Kürzlich feierte er sein 35. Dienstjubiläum …

 

1988 ist Harald Lorch schon vier Jahre bei Bechtle. Er stößt 1984 zum ein Jahr zuvor gegründeten Unternehmen. Die damalige Heimat, das Heilbronner City-Süd-Center. Ein Ladengeschäft. 70 Quadratmeter. „Es gab fixe Öffnungszeiten. Die Kunden kamen und haben sich erstaunt die Computer und Disketten angeschaut“, erinnert sich Harald Lorch. Er selbst stößt damals eher zufällig zum jungen Unternehmen. Seine Karrierepläne waren andere. Der Sänger und Gitarrist wollte Musik machen. Geld verdiente er damit zu dieser Zeit schon genug.

 

Nach einer kaufmännischen Ausbildung im Betrieb von Jürgen Schäfers Vater, wollte er aber auch etwas Solides tun. „Also habe ich Computer verkauft. Meine Mutter wusste damals gar nicht, was das ist“, sagt er heute. Sein Computer-Wissen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ideal ausgeprägt. „Ich wusste, wie man einen Computer einschaltet, aber was man damit macht und wie diese Technologie unsere Welt verändert, das war mir nicht klar“, sagt Harald Lorch.

 

Gerhard Schick und Ralf Klenk „haben das Potenzial schon damals erkannt und im richtigen Moment auf das richtige Pferd gesetzt. Sie waren Visionäre. Auf eine bodenständig schwäbische Art, die Bechtle bis heute auszeichnet“. Harald Lorch macht alles hautnah mit – die erste Expansion, noch im City-Süd-Center, den Umzug in die Fügerstraße und mehr. „Neulich“, erzählt er, „habe ich mal versucht, meine Umzüge mit Bechtle zusammenzuschreiben. Das ist unmöglich, weil es ja nicht nur um die Standorte an sich geht, sondern auch die innerhalb von Gebäuden.“

 

Das total verrückte Hardware-Rennen.

Die Zeiten waren aufregend, vor allem in den ersten Jahren, es gab keine Strukturen. „Zunächst war Bechtle ja eine Art Spielwiese, ein großes Experiment für unsere Gründer, bei dem ich dabei sein durfte.“ Jeder habe damals alles gemacht: Kaffee kochen, Druckerpapier einkaufen, Ware ausliefern, IT-Beratung, Probleme lösen. „Managed Services würde man heute sagen.“

 

Die Arbeitsbedingungen heute sind am Bechtle Platz 1 andere als damals; sie sind besser. „An heißen Sommertagen war es schon heftig. Da mussten wir das Wasser in Eimern unter die Tische stellen und die Füße reinhängen“, erinnert sich Harald Lorch mit einem breiten Grinsen. Missen möchte er diese Erfahrungen nicht. Sie haben ihn geprägt – ebenso wie die Gründer Schick und Klenk. Deren Arbeit beeindruckt ihn, aber dass aus Bechtle einmal ein Milliarden-Unternehmen erwachsen würde, das konnte er sich dennoch nicht vorstellen. „Um Gottes Willen“, sagt er und ergänzt: „Niemand hat damals daran gedacht, dass aus diesem kleinen Unternehmen einmal wird, was wir heute sehen.“

 

Trotz früher Erfolge. Der Deal mit IBM im Jahr 1985 fällt Harald Lorch sofort ein: „Das war die Initialzündung, mit der die Absatzzahlen quasi explodiert sind.“ Was folgt, nennt Harald Lorch die „Goldgräberzeit“. Jahre des ungebremsten Wachstums. Jahre, in denen die Hardware das Geschäft bestimmt. Jahre, in denen es um Rechenleistung und Geschwindigkeit geht. Die IT wird salonfähig. Die technische Entwicklung sei „abgefahren“ gewesen. „Man glaubt im Rückblick ja kaum, was damals der neueste Schrei war. Als Intel die Pentium Prozessoren eingeführt hat – das war verrückt. Alle drei Monate gab es einen neuen Prozessor mit mehr Leistung und alle haben ihn gekauft, ihre komplette IT ausgetauscht, weil es etwas schneller ging. Das war irre. Alle waren verrückt nach Hardware. Wenn ein neuer Laserdrucker auf den Markt kam, der pro Minute zwei Seiten mehr drucken konnte, war bei uns die Hölle los“, erinnert sich Harald Lorch.

 

10 Milliarden? Kein Problem.

Mit den ersten Strukturen und Abteilungen fand auch Harald Lorch in den späten 80er Jahren seine Bestimmung bei Bechtle – die Beratung und das Produktmanagement. Angebote, den Job zu wechseln gab es viele, aber Harald Lorch entschied sich immer wieder für Bechtle. Für Sicherheit, Stabilität und Spaß an der Arbeit. „Heute kann ich sagen, dass die Entscheidung jedes Mal die richtige war“. Ein zufriedener und glücklicher Rückblick auf 35 Jahre bei Bechtle. Vielen seiner Kollegen sei zwar bewusst, dass er schon lange dabei sei, aber dass er die Nummer Drei ist, wissen nur die wenigsten. „Ich gehe damit nicht hausieren“, sagt er, „aber stolz bin ich durchaus“. Er hat alles mitgemacht, ist seinem Unternehmen verbunden und traut Bechtle auch weiterhin alles zu.

 

10 Milliarden Umsatz hat sich Bechtle für das Jahr 2030 in das Visionsnotizbuch geschrieben. Eine gigantische Zahl, waren es doch 2018 „nur“ 4,23 Milliarden. „Diese Zahl schreckt mich nicht“, sagt Harald Lorch mit der Erfahrung von 35 Jahren und vier Visionen. „Ich bin sicher, dass Bechtle das erreichen wird.“ Die Verlässlichkeit, mit der Bechtle seit fast vier Jahrzenten seine selbstgesteckten Ziele erfülle, sei unglaublich. „Vielleicht sind wir in dieser Hinsicht sogar einzigartig.“

 

Dynamische Ruhe.

Woran das liegt? Harald Lorch kennt viele Gründe. „Damals wie heute muss man das den Verantwortlichen zuschreiben – Ihrem Können, ihrem Führungsstil und der Fähigkeit, eine Vision dauerhaft richtig im Unternehmen zu verankern, sie jedem Mitarbeiter vor Augen zu führen und sie selbst zu leben.“ Zudem schätzt er den Zweiklang aus Dynamik und Ruhe, der Bechtle auszeichnet.

 

„Wir arbeiten in einem unglaublich dynamischen Umfeld und mischen ganz vorne mit, aber Bechtle hat auch eine ruhige Seite, die sehr viel zum Erfolg beigetragen hat. Wir bewerten die Dinge, halten Abstand, wo nötig, und denken die Dinge zu Ende, ehe wir uns etwas verschreiben“, erklärt er. Harald Lorch war und ist gerne bei Bechtle, aber er freut sich auch auf den Ruhestand. Auf Zeit mit seiner Frau, auf das Rasenmähen an seinem Haus, auf Erlebnisse mit seinen sechs Kindern und auf die Musik, die ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet. Einer seiner Söhne arbeitet auch am Bechtle Platz 1 – der Draht zum langjährigen Arbeitgeber wird auch im Ruhestand nicht abbrechen.

 

Vier Jahre hat Harald Lorch noch bis zum Ende der Regelarbeitszeit. Vielleicht geht er auch schon früher in Rente. Er will das mit seinen Vorgesetzten besprechen. In Ruhe. Mit gegenseitigem Respekt und großer Wertschätzung für den gemeinsamen Weg. Rechenzentren und ihre Infrastruktur, Racks, Stromversorgung und Klimatisierung wird er dann hinter sich lassen – nach mehr als 20 Jahren im Produktmanagement. Nach mehr als seinem halben Leben bei Bechtle.

Nicole Dörr: Vollzeit. Auszeit. Teilzeit. Vollzeit.

Nicole Dörr schreibt seit 1991 eine Bechtle Erfolgsgeschichte. Ihre Karriere beginnt zu einer Zeit, in der das Unternehmen zirka 50 Mitarbeiter hat – und führt sie über Stationen in Freiburg und Stuttgart 2002 zurück zu Bechtle. Ihr Motto: „Move and the way appears.“

 

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