Meet us in Metaverse.

Große Social-Media-Unternehmen tragen es im Namen, digitale Millionen-Kunst und Mega-Konzerte auf Gaming-Plattformen befeuern den Hype: das „Metaverse“. Womöglich eine neue Version des Internets, das Web 3.0 oder ein neuer digitaler Kontinent – wir haben uns nach der Bedeutung für die Business-IT erkundigt und wurden ganz in der Nähe fündig. Datenbrille auf, JoinXR-Plattform an und los ging‘s: Dr. Mara Ortner, Modern Workplace Consultant AR/VR im Bechtle IT-Systemhaus Karlsruhe, und Carina Kaiser, Produktmanagerin Microsoft Surface und HoloLens bei Bechtle, erläutern, wohin die Reise geht und wie Unternehmen einsteigen können.

Hallo, schön, Sie im Mixed-Reality-Modus zu treffen. Mal generell gefragt: Wie viel vom „Metaverse“ ist heute schon im Business sichtbar?

Mara Ortner: Das Metaverse hat bereits ganztägig geöffnet (lacht). Wir treffen uns ja tatsächlich hier zu einem Businessmeeting – über unterschiedliche Orte hinweg und doch gefühlt in einem dreidimensionalen Raum. Diese Möglichkeiten nutzen immer mehr Unternehmen, indem sie auf Augmented- oder Virtual-Reality-(AR/VR)-Technologie gestützt Präsentationen abhalten, gemeinsam Designideen evaluieren oder den digitalen Zwilling einer Produktionsanlage erkunden. Die Fähigkeit, reale Distanzen wie auch systemtechnische Limitierungen zu überwinden, spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Die Interaktion der beteiligten Menschen gewinnt enorm an Lebendigkeit und Eindrücklichkeit – mit all den damit verbundenen Vorteilen.

Carina Kaiser: Der Markt für AR/VR-Technologien hat sich stark weiterentwickelt und zeigt sich als ebenfalls quicklebendiges Ökosystem. Mit der HoloLens 2 hat zum Beispiel Microsoft die Ergebnisse langjähriger Forschung in ein Device einfließen lassen, das in unterschiedlichsten Einsatzfeldern Mehrwerte liefern kann. Das Metaverse ist also längst nicht nur ein Gaming-Trend oder auf den Consumer-/Entertainment-Bereich beschränkt. Sämtliche Weiterentwicklungen im sogenannten Web 3.0 treiben die Branche als Ganzes voran. Das macht das Thema so vielfältig und spannend.

Welche AR/VR-Anwendungsszenarien sind für Unternehmen aktuell die vielversprechendsten?

Mara Ortner: Wenn wir die Häufigkeit der realisierten Use Cases betrachten, ist das vor allem die Nutzung von Datenbrillen für Remote Assistance. Über die Brille können räumlich weit entfernte Spezialist:innen den Akteuren vor Ort zuverlässig Anweisungen an die Hand geben. In Echtzeit und mit demselben Blick auf die gegebene Anforderung. Das ist für den Service global aufgestellter Maschinenbauer ebenso von Vorteil wie für Unternehmen, die Dienstleistungen für Privatkunden erbringen. Qualitäts- und Zeitgewinne sind hier leicht zu realisieren. Im Bereich professioneller Schulungen ist das Lernen in virtuellen Umgebungen ebenso effektiv und ressourcenschonend. Nicht nur in Zeiten einer Pandemie ist das auch für das Onboarding neuer Mitarbeiter eine spannende Lösung – so wie generell der Bereich virtueller Events und Meetings.

 

 

Dr. Mara Ortner

 

 

Carina Kaiser

 


Wenn wir die Häufigkeit der realisierten Use Cases betrachten, ist vor allem die Nutzung von Datenbrillen für Remote Assistance vielversprechend. Über die Brille können räumlich weit entfernte Spezialist:innen den Akteuren vor Ort zuverlässig Anweisungen an die Hand geben. In Echtzeit und mit demselben Blick auf die gegebene Anforderung. Das ist für den Service global aufgestellter Maschinenbauer ebenso von Vorteil wie für Unternehmen, die Dienstleistungen für Privatkunden erbringen.


Dr. Mara Ortner, Modern Workplace Consultant AR/VR im Bechtle IT-Systemhaus Karlsruhe

Apropos Meetings: Microsoft spricht hinsichtlich des kürzlich angekündigten Features „Mesh for Teams“ von einem „Tor zum Metaversum“. Liegt der Schlüssel dafür also primär in der Weiterentwicklung von Software? Welche Rolle spielt die Hardware –Datenbrillen, Sensorik und Kameras?

Carina Kaiser: Beides ist wichtig und spielt zusammen. Die wachsende Zahl von speziell für virtuelle Umgebungen geschaffenen Applikationen macht die Investition in neuartige Hardware wie Datenbrillen immer attraktiver und die Anwendung rentabel. Gleichzeitig können breit etablierte Business-Anwendungen wie Microsoft Teams die Nutzungsgewohnheiten der Menschen immer weiter den neuartigen Erfahrungswelten der Virtuellen Realität annähern. Die Vision des Metaverse und die Zugänge in diese Welt umfassen deshalb eine Vielzahl von Devices – PCs, Notebooks, Smartphones und eben AR/VR-Brillen – verknüpft in virtuellen Räumen, die immer selbstverständlicher zu „normalen“ Arbeitsorten werden.  

 

Ist es absehbar, dass wir uns künftig auch als komplette Hologramme treffen?

Carina Kaiser: Microsoft arbeitet tatsächlich an der Umsetzung von Holoportation – also dem Transfer unseres vollständigen Körperabbilds in Echtzeit, einschließlich Mimik und Gestik. Bis dahin werden wir uns in Form von dreidimensionalen Avataren oder ähnlichen Repräsentationen Stück für Stück „persönlicher“ in den virtuellen Umgebungen bewegen. In puncto erlebbarer Nähe, Anschaulichkeit und Fokussierung sind wir dabei schon auf einem guten Weg. 
 

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Microsoft vs. Meta
 

Erhalten sie einen Einblick in die Vorstellungen des Metaverse von Microsoft und Meta. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es?

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Die Idee des Metaverse als kontinuierlicher Virtual Space zum Leben und Arbeiten treibt die Konzepte von Remote oder Hybrid Work noch etwas weiter. Was denken Sie: Hat der Wandel in den zurückliegenden Jahren die Bereitschaft hierfür erhöht?

Mara Ortner: Der Trend zu flexibleren Formen der Zusammenarbeit nimmt seit Jahren an Fahrt auf – Mittelstand wie Konzerne agieren global, Entwicklungs- und Produktionszyklen werden immer kürzer, die Wünsche der Kunden individueller. Dennoch hat sich die Pandemie, in der digitale Lösungen eine unentbehrliche Brücke für Unternehmen und Beschäftigte bildeten, sicherlich als zusätzlicher Katalysator erwiesen. Die Nachfrage nach Beratung im Bereich AR/VR ist in diesem Jahr deutlich gewachsen, insbesondere seit Sommer sind unsere Inspirationsworkshops sehr stark gefragt.

Woran sind Kunden am meisten interessiert: Haben Sie bereits bestimmte Use Cases im Kopf? Oder sind sie radikal offen für neue Ansätze?

Mara Ortner: Wir erleben sowohl das eine wie auch das andere. Manche Unternehmen möchten erfahren, was hinter den Begriffen und in dem Thema für sie drin steckt. Andere Unternehmen haben klare Vorstellungen, wo sie bereits ansetzen möchten, zum Beispiel bei der Schulung von Mitarbeitenden oder im Service. Mit beiden Gruppen können wir – so unsere Erfahrung – schnell die Möglichkeiten ausloten. So ist aus einem Inspirationsworkshop in kurzer Zeit die konkrete Anwendung einer komplett virtuell begehbaren Produktionsstraße erwachsen. Mit einem speziell geschnürten Metaverse-Starterpaket kann zudem die HoloLens remote und von Expert:innen begleitet getestet werden.

 


Microsoft arbeitet tatsächlich an der Umsetzung von Holoportation – also dem Transfer unseres vollständigen Körperabbilds in Echtzeit, einschließlich Mimik und Gestik. Bis dahin werden wir uns in Form von dreidimensionalen Avataren oder ähnlichen Repräsentationen Stück für Stück „persönlicher“ in den virtuellen Umgebungen bewegen.


Carina Kaiser, VIPM, Microsoft Surface, Bechtle Logistik & Service

Wie sieht die Einführung eines AR/VR-Use-Case in Unternehmen aus? Gibt es hier Unterschiede zu einem klassischen IT-Projekt? 

Carina Kaiser: Die Demonstration und das Erleben der Technologie in der ersten Phase nimmt sicher einen höheren Stellenwert als bei klassischen IT-Lösungen ein, wo unsere Kund:innen mit den Geräten und Anwendungen oft bereits mehr vertraut sind. In der Folge gestaltet sich aber auch ein AR/VR-Projekt wie ein gutes Digitalisierungsvorhaben – von der Planung und Proof of Concept über die Bereitstellung der Technologie und das User Onboarding bis hin zu optionalen Betriebsservices.
 

Ansprechpartner.

Mara Ortner

mara.ortner@bechtle.com

 

Carina Kaiser

carina.kaiser@bechtle.com

 
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Diesen Beitrag haben wir veröffentlicht am 17.12.2021.