Drei Mythen über Zero Trust im Check.
Autorin: Johanna Jupke
Laut dem Microsoft Defence Report 2025 liegt Deutschland weltweit auf Platz vier der am stärksten von Cyber-Angriffen betroffenen Länder. Die Angreifenden haben es dabei meist auf Identitäten abgesehen. Immer häufiger nutzen sie gültige Anmeldedaten, um in Netzwerke einzudringen. Klassische Sicherheitsmodelle wie reine Netzwerkauthentifizierung oder VPN stoßen deshalb zunehmend an ihre Grenzen. Darum wächst die Bedeutung von Zero Trust, einer Strategie, die mittlerweile zum neuen Standard für effektive IT-Sicherheit geworden ist. Zu Zero Trust kursieren jedoch einige Mythen und falsche Vorstellung, die korrigiert werden müssen, um dieses Konzept richtig zu verstehen und anzuwenden.
Zero Trust verstehen und umsetzen.
In Ihrer Microsoft 365-Lizenz sind schon einige Zero Trust-Funktionen integriert. Welche das sind? Wie Sie diese nutzen? Das erfahren Sie in unserem Webinar mit Microsoft.
Mythos 1: Zero Trust kann man einfach kaufen.
Zero Trust ist kein einzelnes Produkt, das sich installieren oder aktivieren lässt. Es ist eine Strategie, die beschreibt, wie moderne Sicherheit funktionieren sollte, unabhängig von der konkreten Technologie. Das Zero-Trust-Modell geht davon aus, dass nichts und niemand per se vertrauenswürdig ist – auch nicht innerhalb des eigenen Unternehmens. Jede Zugriffsanfrage wird daraufhin geprüft, ob ihr zum aktuellen Zeitpunkt vertraut werden kann. Dabei ist es egal, ob sie aus einem internen oder einem öffentlichen Netzwerk stammt. Der Zugriff wird erst gewährt, wenn alle dafür erforderlichen Sicherheitsanforderungen, wie etwa Authentifizierung, Autorisierung und Verschlüsselung, erfüllt wurden.
Wie Zero Trust funktioniert.
Jeder Zugriff wird verifiziert:
Identität und Kontext werden kontinuierlich geprüft.
Least Privilege Access:
Nutzende erhalten nur die Berechtigungen, die sie wirklich benötigen.
Segmentierung:
Netzwerke werden in kleinere, isolierte Bereiche unterteilt, um Angriffsflächen zu reduzieren.
Überwachung und Protokollierung:
Aktivitäten werden laufend analysiert, um Anomalien frühzeitig zu erkennen.
Viele Unternehmen besitzen bereits Werkzeuge dafür, etwa im Rahmen ihrer Microsoft 365-Lizenz. Doch ohne ein klares Konzept, wie diese Bausteine zusammenspielen sollen, bleibt das Potenzial oft ungenutzt. Zero Trust entsteht also nicht durch den Kauf eines Tools, sondern durch das Zusammenspiel von Prozessen, Technologie und Organisation.
Mythos 2: Zero Trust ist nur mit Premium-Lizenzen möglich.
Es stimmt: Höhere Lizenzstufen wie Microsoft 365 E5 bringen zusätzliche Sicherheits- und Compliance-Funktionen mit, die Zero Trust weiter vereinfachen oder vertiefen können. Aber der Kern des Modells lässt sich nicht auf eine Lizenz reduzieren.
Tatsächlich enthalten bereits E3, Business Premium oder die neu strukturierten Purview- und Defender-Suites essenzielle Zero-Trust-Funktionen, etwa:
-
Multi-Faktor-Authentifizierung – auch Phishing-resistente Methoden
-
Conditional Access
-
Geräteverwaltung und -zustandsprüfung
-
Grundlegende Data Loss Prevention
-
Endpoint-Schutzfunktionen
-
Basis-Monitoring-Funktionen
In vielen Unternehmen sind diese Features vorhanden, aber nicht aktiviert oder strategisch eingebettet. Die entscheidende Frage ist daher nicht: „Haben wir die richtige Lizenz?“, sondern: „Nutzen wir das, was wir bereits haben, sinnvoll und abgestimmt?“ Erst wenn bestehende Funktionen ausgereizt sind, lohnt sich der Blick auf erweiterte Lizenzen. Denn Zero Trust ist kein Lizenzthema – es ist ein Nutzungsthema.
Mythos 3: Zero Trust ist zu komplex für den Mittelstand.
Zero Trust wirkt auf den ersten Blick wie ein groß angelegtes Transformationsprojekt. In der Praxis ist es jedoch eher ein Reifeprozess, der in klar definierten Schritten verläuft. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren oft stark von Zero Trust, weil Verantwortlichkeiten überschaubar sind, Entscheidungswege kürzer ausfallen und Modernisierungsschritte schneller umgesetzt werden können.
Viele grundlegende Maßnahmen lassen sich mit wenig Aufwand umsetzen und erhöhen unmittelbar das Sicherheitsniveau. Wichtig ist: Zero Trust bedeutet nicht, alles gleichzeitig zu verändern. Es geht darum, Prioritäten zu setzen und die eigene Organisation schrittweise an ein neues Sicherheitsverständnis heranzuführen.
Zero Trust ist ein Reifeprozess.
Ein hilfreicher Orientierungsrahmen ist das CISA Zero Trust Maturity Model, das beschreibt, wie Unternehmen entlang verschiedenen Bereichen – Identität, Geräte, Netzwerk, Daten und Anwendungen – reifen können. Dabei werden vier Entwicklungsstufen definiert: von traditionell über fortgeschritten bis hin zu optimiert. Entscheidend ist dabei nicht, sofort die höchste Stufe zu erreichen, sondern den ersten Schritt zu gehen und regelmäßig zu prüfen, wo zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind. Jede Etappe erhöht die Sicherheit und vieles lässt sich bereits mit vorhandenen Microsoft 365-Funktionen realisieren. Starten Sie also Ihren Weg mit Zero Trust. Wir unterstützen Sie gerne dabei.
Zero Trust mit Microsoft 365 – Webinar zum Nachschauen.
In unserer Webinar-Aufzeichnung mit Microsoft sprechen wir darüber, wie sich Zero Trust konkret mit Microsoft 365-Funktionen umsetzen lässt, diskutieren die Rolle der neuen Lizenzmodelle und beantworten Fragen, die Unternehmen typischerweise zu diesen Themen haben. Nutzen Sie diese kompakte Einführung zu strategischen und technischen Perspektiven.