Sophie Mándoki

Sophie Mándoki ist Chief Sustainability Managerin bei Bechtle und berät öffentliche wie gewerbliche Kunden, um auch die Beschaffung ihrer IT möglichst nachhaltig zu gestalten.

Fangen wir ganz vorne an. Und zwar bei der Produktion – was ist hier wichtig?  

Sophie Mándoki: IT-Hardware enthält eine Vielzahl teils sehr seltener und wertvoller Rohstoffe – darunter Gold, Silber, Kupfer, Kobalt, Lithium, Nickel oder seltene Erden. Viele dieser Materialien stammen aus Regionen mit herausfordernden Umwelt- und Sozialstandards. Deshalb ist es wichtig, dass wir zusammen mit unseren Herstellerpartnern auf zertifizierte, verantwortungsvolle Rohstoffquellen setzen und Produkte auswählen, die langlebig, reparierbar und energieeffizient sind. Je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser ist seine Umweltbilanz.  

IT-Produkte haben in der Regel eine lange Lieferkette. Wie wird die nachhaltiger? 

Da der Großteil der IT-Produktion in Asien stattfindet, spielt die Logistik eine zentrale Rolle. Man kann zum Beispiel auf See- statt Flugfracht setzen. Das dauert länger, ist aber deutlich emissionsärmer. Wir stehen außerdem im engen Austausch mit unseren Herstellerpartnern – die können durch eine optimierte Routenplanung und Containerauslastung die Transporte insgesamt reduzieren. Ein weiterer Hebel ist die Partnerschaft mit Logistikdienstleistern, die bereits klimafreundliche Lösungen wie alternative Kraftstoffe oder E-Lkw einsetzen.  

Ist die Ware in Deutschland, geht sie direkt zum Kunden oder ins Lager. Und dann? 

Dann beginnt der Teil der Lieferkette, den Bechtle am stärksten beeinflussen kann. Und zwar mit einem nachhaltigen Logistikkonzept. Wir achten zum Beispiel auf besonders nachhaltige Verpackungsmaterialien. Eine wichtige Rolle spielt hier auch die „Bechtle Box.“ Sie ersetzt den klassischen Einwegkarton und wird bis zu 50-mal wiederverwendet. Dadurch reduzieren wir Müll, Verpackungsmaterial und CO2-Emissionen. Sie ist robust und vollständig recycelbar. Darüber hinaus arbeitet die Bechtle Logistik stets daran, die Lieferkette zu optimieren. Zum Beispiel durch die Konsolidierung von Bestellungen, damit weniger Einzelpakete versendet werden. Zudem setzen wir auf kurze Wege – wir sind am Hamburger Hafen, wo die Produkte ankommen, ebenso mit einem Logistikzentrum präsent wie in den europäischen Ländern, in denen wir unsere Kunden beliefern. 


Auf Basis des sogenannten Product Carbon Footprint kann Bechtle mit KI-gestützten Modellen die Emissionen fast aller über uns beschafften Produkte berechnen.

Sophie Mándoki


Auch die umsichtigste Beschaffung verursacht Emissionen. Kann man die Höhe messen? 

Auf Basis des sogenannten Product Carbon Footprint (PCF) kann Bechtle mit KI-gestützten Modellen die Emissionen fast aller über uns beschafften Produkte berechnen – von der Materialbeschaffung über die Produktion, Distribution und Lagerung bis hin zur Nutzung und dem Recycling oder der Entsorgung. Für die übrigen Artikel wie Kabel ziehen wir Standardwerte heran. Die Ergebnisse stellen wir unseren Kunden in ausführlichen Reportings zur Verfügung als Grundlage für fundierte Nachhaltigkeitsentscheidungen.  

Was macht man mit den Emissionen, die am Ende noch übrigbleiben? 

Auch wenn viele Emissionen reduziert werden können, ganz verschwinden sie nicht. Daher wird CO2-Kompensation künftig für viele Unternehmen ein zentraler Bestandteil ihrer Klimastrategie sein. Mit „Bechtle CO2-Conscious IT“ bieten wir zusammen mit Partnern die Möglichkeit, nach unseren Berechnungen Restemissionen zu kompensieren – durch verschiedene Klimaschutzprojekte. Es gibt also auch und gerade in der Logistik von Anfang bis Ende zahlreiche Möglichkeiten, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Wir helfen dabei, sie zu erkennen und klug zu nutzen. 

Nachhaltigkeit bei Bechtle.

Wir übernehmen eine aktive Rolle bei der digitalen nachhaltigen Transformation unserer Kunden – ob Mittelstand, Konzern oder Public Sector.