Die IT-Abteilung überwachte bislang über ein Temperaturkontrollsystem die Medikamentenkühlschränke und Lagerräume. Das Pflegefachpersonal notierte die Werte wiederum manuell – mehrmals pro Tag. Grund: Die auf Papier ausgedruckten Dokumentationen sind wichtig für Audits der Kantonsapotheke. Eine automatische Alarmierung bei über- oder unterschrittener Temperatur gab es nicht.

Die eingesetzte Kontrolltechnik wurde zudem regelmäßig durch neue Technik ersetzt, um nach kantonalen Vorschriften zertifiziert und kalibriert zu sein sowie um sicherzustellen, dass die Temperaturvorschriften eingehalten werden. Das verursachte einerseits hohe Investitionskosten, andererseits auch enorm viel Elektronikschrott. Für das IT-Team von Domicil war klar: Eine automatisierte, flexible und vor allem nachhaltige Lösung muss her.

Komplettlösung: vom Sensor bis zur IoT-Plattform.

Den passenden, smarten Ansatz hatten die Expert:innen von Bechtle mit ihrem Fachwissen über das Internet der Dinge (IoT). Bechtle setzte zur Datengenerierung hochwertige Temperatur- und Luftqualitätssensoren ein. Ihre Betriebsdauer liegt bei vier bis zehn Jahren. Im Zusammenspiel mit einem sogenannten LNS (LoRa Network Server) sowie entsprechenden Übertragungsgeräten (Gateways) entstand die Basis für das IoT-Netzwerk bei Domicil. Pro Einrichtung ist nur ein Gateway erforderlich. Die Sensoren senden alle fünf Minuten Daten, wodurch Temperaturverläufe automatisch dokumentiert und nötigenfalls Warnungen übermittelt werden.

Die Sensoren verbinden sich dabei über die LoRa-Gateways mit einer IoT-Softwareplattform. Die entscheidenden Vorteile eines Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) bestehen darin, dass es Sensoren und Gateways einfach, über große Distanzen und mit wenig Energieverbrauch miteinander verknüpft. Das wiederum steigert die Batterielaufzeiten der Sensoren.

DOMICIL steht für ein aktives, erfülltes und selbstbestimmtes Leben im Alter. Als gemeinnützig orientiertes Unternehmen beschäftigt Domicil rund 1.800 Mitarbeitende aus 68 Nationen, die rund 1.700 Bewohner:innen betreuen. Zu Domicil gehören 23 Standorte im Kanton Bern, fünf davon bilden das Domicil Kompetenzzentrum Demenz. Weiter gehören die Domicil Übergangspflege, der Domicil Mahlzeitendienst, die Private Spitex AG sowie die Friedens-Apotheke Bern zum Rundumangebot von Domicil. Um die unternehmensweite Informations- und Kommunikationstechnik kümmert sich ein eigenes, fünfköpfiges IT-Team.

Als Control Suite für die Sensoren und Gateways entwickelte Bechtle eine passende IoT-Plattform mithilfe der Microsoft .NET-Technologie. Auf ihr laufen alle Daten zentral zur Auswertung zusammen. Die vollständig cloudbasierte Control Suite wird in einer Microsoft Azure-Umgebung betrieben. Die Cloud-Anbindung ermöglichte Domicil, die Lösung vor einer endgültigen Entscheidung in Form eines Proof of Concept (PoC) zu testen. Schnell erwies sich: Die Bechtle Control Suite erfüllt alle Wünsche und bildet eine hervorragende Basis, um weitere Parameter wie Luftqualität, Feuchtigkeit und Pollenbelastung zu überwachen sowie weitere zukünftige Bedürfnisse zu realisieren.

Langlebige Technologie, hoher Nutzen.

Die IoT-Lösung von Bechtle umfasst an den aktuell 23 Standorten von Domicil über 100 temperaturkritische Stellen. Die Sensorik ist dabei für mindestens vier Jahre zertifiziert und kalibriert. Die Einsparungen durch den Einsatz der neuen Technologie sind beträchtlich: Die Sensoren müssen nur noch alle vier Jahre überprüft und bei Bedarf ersetzt werden und bei der Arbeitszeit rechnet Domicil mit Einsparungen von bis zu 16.000 Stunden. Zeit, die die Pflegefachpersonen nun für das Wesentliche verwenden können: die Pflege und Betreuung der ihnen anvertrauten Menschen.


Mit der neuen Temperaturüberwachungslösung haben wir einen entscheidenden Schritt unserer Digitalisierungsstrategie geschafft. Dank Bechtle setzen wir eine umweltverträgliche und nachhaltige Technologie mit enormem Potenzial ein.

Marc Patzen, Leiter ICT, Domicil Bern


Marc Patzen

Die automatische, intelligente Medikamentenüberwachung meldet, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Kommt es zu Temperaturschwankungen, alarmiert die Lösung umgehend per E-Mail die Pflegeverantwortlichen. Die zentrale IoT-Plattform wertet alles automatisch aus. Im Bericht lässt sich genau auslesen, wo eine Abweichung von den Vorgaben entstanden ist und Handlungsbedarf besteht – eine Erleichterung im Alltag und Sicherheit für das Bestehen der nächsten Audits.

 

 

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printausgabe Bechtle update 03/2022. Mehr zum Thema lesen Sie dort ab Seite 42.
 

ZUR PRINTAUSGABE

Zum Thema.

 

Newsletter. 

Erhalten Sie die besten Artikel aus dem Bechtle update alle sechs Wochen direkt in Ihr Postfach. Hier geht's zur Anmeldung:
 

NEWSLETTER