Quantencomputing: SaxonQ setzt auf Raumtemperatur, Diamanten und Mobilität.
Das Leipziger Start-up SaxonQ entwickelt Quantencomputer, die bei Raumtemperatur arbeiten und mobil eingesetzt werden können. Statt aufwendiger Kryotechnik nutzt das Unternehmen speziell präparierte Diamanten. Damit soll Quantencomputing auch außerhalb von Forschungslaboren und klassischen Rechenzentren möglich werden.
Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie für die Lösung besonders komplexer Rechenaufgaben. Dieses Potenzial möchte SaxonQ gemeinsam mit Bechtle für industrielle Anwendungen erschließen, etwa in der Künstlichen Intelligenz, Robotik, Medizintechnik oder beim autonomen Fahren. Viele der heute verfügbaren Systeme benötigen jedoch extreme Kühlung und können deshalb nur in spezialisierten Umgebungen betrieben werden.
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Quantencomputing ohne Kryotechnik.
SaxonQ verfolgt einen anderen Ansatz: Das Unternehmen wurde 2021 an der Universität Leipzig gegründet und baut Quantencomputer mit speziell präparierten Diamanten, die mit Stickstoff-Fehlstellen arbeiten. Diese ermöglichen das Speichern und Verarbeiten von Quanteninformationen bei Raumtemperatur. Die Quantenzustände bleiben auch ohne Kühlung stabil, sodass die Kryotechnik entfällt. Das macht die Systeme deutlich kompakter und eröffnet neue Möglichkeiten direkt am Einsatzort. SaxonQ hat seinen Quantencomputer bereits auf die Größe eines kleinen Kühlschranks geschrumpft und an Kunden wie das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU verkauft. Perspektivisch soll die Technologie weiter miniaturisiert und langfristig auf kompakte Quantenchips übertragen werden.
Unser Ziel ist es, Quantencomputing aus dem Forschungslabor in reale Szenarien zu bringen. Dorthin, wo schnelle und energieeffiziente Berechnungen benötigt werden.
Dr. Frank Schlichting, Co-CEO, SaxonQ
Anwendungen in KI, Robotik und Medizintechnik.
Für SaxonQ liegt das Potenzial des Quantencomputings vor allem dort, wo sehr große Datenmengen verarbeitet und komplexe Berechnungen schnell sowie energieeffizient durchgeführt werden müssen. Denkbare Einsatzfelder sind beispielsweise die Analyse medizinischer Bilddaten, KI-gestützte Auswertungen, die Steuerung autonomer Systeme oder die Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen. In solchen Anwendungen könnte Quantencomputing klassische Computersysteme sinnvoll ergänzen und deren Leistungsfähigkeit erweitern.
Energieeffiziente Ergänzung klassischer Systeme.
Ein weiterer Vorteil der Technologie liegt im geringen Energiebedarf. Der aktuelle Quantencomputer von SaxonQ benötigt rund 600 Watt Leistung und soll klassische Systeme bei besonders anspruchsvollen Berechnungen effizient unterstützen. Im Podcast gibt Frank Schlichting zudem Einblicke in die Technologie hinter den diamantbasierten Systemen und erläutert, wie Quantencomputer den Weg aus dem Labor in die industrielle Praxis finden sollen.
Zur Person:
Dr. Frank Schlichting ist Co-CEO des Leipziger Quantencomputing-Start-ups SaxonQ und verantwortet die strategische sowie operative Entwicklung des Unternehmens. Der promovierte Physiker und Ingenieur verfügt über langjährige Führungserfahrung in den Bereichen Halbleitertechnologie, Kommunikationstechnik und digitale Energielösungen. Mit SaxonQ treibt er die Entwicklung praxistauglicher Quantencomputer „Made in Germany“ voran – mit dem Ziel, Spitzentechnologie in marktfähige Anwendungen zu überführen.
Über SaxonQ:
SaxonQ aus Leipzig entwickelt und produziert mobile, bei Raumtemperatur einsetzbare Quantencomputer. Dank NV-Technologie läuft das System im Gegensatz zu den meisten anderen Quantentechnologien ohne Kühlung und ist unempfindlich gegenüber Vibrationen. Die Idee stammt von den Gründern Marius Grundmann und Jan Meijer, beide Professoren an der Universität Leipzig. Das Unternehmen mit 18 hochqualifizierten Mitarbeitenden zählt zu den wenigen europäischen Herstellern von Quantencomputern.
Bechtle & SaxonQ:
Gemeinsam mit den Expert:innen des Bechtle Competence Center Quantum Technologies arbeitet SaxonQ daran, Quantencomputing schrittweise in industrielle Anwendungen zu überführen. Ziel ist es, die Technologie dort einzusetzen, wo klassische Computersysteme bei besonders anspruchsvollen Rechenaufgaben an ihre Grenzen stoßen. Das Competence Center Quantum Technologies ist im Bechtle IT-Systemhaus Bonn angesiedelt und bietet umfassende Services: Neben dem Schutz von IT-Systemen durch quantensichere Lösungen steht der schnelle und sinnvolle Einsatz neuer Quantentechnologien in kundenspezifischen Umgebungen im Fokus.