Modern Workplace - 18.10.2021

Digitale Transformation ist Führungsaufgabe: 5 Tipps, wie Sie zum Digital Leader werden.

Ein Team zu führen ist keine leichte Aufgabe. Menschen können unterschiedlich motiviert, gefördert und in ihren individuellen Fähigkeiten gestärkt werden. Moderne Führungskräfte müssen darüber hinaus auch hybride, verteilte Teams führen – also Mitarbeiter:innen zusammenbringen, die physisch nicht zusammenkommen. Denn um den Anforderungen von Markt und Mitarbeitenden gerecht zu werden, setzen moderne Organisationen auf flexible Teams und agile Arbeitsformen.

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Diese Veränderungen müssen Führungskräfte leiten und kommunizieren. Der Ruf nach Digital Leadern wird laut. Sie sollen die digitale Transformation vorantreiben. Eine schwierige Aufgabe, denn es gilt nicht nur die Teams in einem komplexen Umfeld zu führen, sondern auch ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit und Empathie zu beweisen.

Was macht einen Digital Leader aus und vor welchen Herausforderungen steht eine moderne Führungskraft? Fünf entscheidende Punkte finden Sie im Folgenden:

1. Hierarchie war gestern.

Moderne Unternehmen organisieren Arbeit in Projektteams. Das fördert die Kreativität – neue Ideen entstehen in interdisziplinären Teams schneller und die Mitarbeitenden sind besser in die Projekte eingebunden. Dadurch verändert sich aber die Interaktion und Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Teammitgliedern.

Digital Leader begreifen sich selbst als Teil des Teams. Sie geben nicht einfach Anweisungen, sondern arbeiten mit ihren Mitarbeiter:innen auf Augenhöhe zusammen. Ideen werden gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt. Sie binden ihr Team in Entscheidungen ein, verteilen Aufgaben und geben Verantwortung ab. Dabei sind sie sich auch ihrer Vorbildfunktion bewusst: Sie fühlen sich ihrem Team nicht überlegen, sondern wissen, dass jede Person wichtig ist und der Erfolg im Zusammenspiel aller.

In der modernen Führungskultur verwischen die Hierarchien deshalb zunehmend. Gerade mittelständische Unternehmen müssen sich hier wandeln: Zwar gibt es dort weniger Hierarchieebenen als in großen Konzernen, dafür sind die einzelnen Ebenen oftmals stärker voneinander abgegrenzt. Hier bedarf es eines grundlegenden Wandels. Führungskräfte müssen ihre Rolle neu verstehen und in diesem Prozess von der Organisation begleitet werden. 

Professionelles und sensibles Change Management, in das alle Führungskräfte von Anfang an eingebunden werden, ist wichtig. Die Veränderung muss bei den leitenden Personen beginnen, bevor sie diese an ihre Teams weitergeben. Dabei muss jede Führungskraft ihren eigenen, authentischen Führungsstil entwickeln – der auf Offenheit, Wertschätzung und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitenden basiert.

2. Selbstbestimmung wird immer wichtiger.

„Nine to five“ stumpf Tätigkeiten abarbeiten – vielen genügt das nicht mehr. Gerade die jüngere Generation will einen Sinn in ihrer Arbeit sehen, um dieser motiviert nachzugehen. Darum ist es wichtig, dass Mitarbeiter:innen ihren Beitrag zu festgelegten Zielen genau kennen. Viele Teammitglieder wünschen sich einen Verantwortungsbereich, den sie selbst mitgestalten können. Bei der Leitung von Teams ist es wichtig, die Stärken und Entwicklungsfelder jedes Mitarbeitenden genau zu kennen und Potenziale aufzudecken.

Hinzu kommt, dass junge Mitarbeitende neue Erwartungen mitbringen. Der Generationenwechsel hat einen starken Einfluss auf die Unternehmensstruktur. Junge Mitarbeitende verlangen nicht nur hybrides Arbeiten, sondern auch flexible Arbeitsmodelle und Karrieremöglichkeiten. Führungskräfte müssen sich vermehrt mit Themen wie Work-Life-Balance, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Sabbaticals auseinandersetzen.

Im Führungsverhalten bedeutet dies, dass ein regelmäßiger Dialog stattfinden muss. Personen, die ein Team führen, müssen sich mit den Menschen und deren Interessen, Entwicklungspotenzialen, aber auch Problemen und Ängsten beschäftigen. Darüber hinaus müssen Erwartungen und Ziele seitens der Führungskräfte klar kommuniziert werden. Das Team sollte Vertrauen und Wertschätzung spüren. Die leitende Person muss da sein, wenn es darauf ankommt. Ständige Kontrolle hingegen gehört der Vergangenheit an. 

3. Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Ein Teil des Teams arbeitet im Büro, andere sitzen im Homeoffice – trotzdem muss das Teamgefühl gestärkt werden. Für Führungskräfte bedeutet dies, dass sie sich Konzepte überlegen sollten, um ihr Team auch von unterschiedlichen Standorten aus zusammenzubringen. Ein regelmäßiger Austausch ist dabei genauso wichtig, wie Gelegenheiten zum zwanglosen Miteinander. Wichtig ist, dass niemand in der hybriden Arbeitsumgebung untergeht und der ständige Dialog zwischen einzelnen Teammitgliedern und der Führungskraft, aber auch im Team selbst, erhalten bleibt.

Moderne Tools wie Microsoft Teams können hier unterstützen und ermöglichen den ständigen Austausch – auch über Meetings hinaus. Teammitglieder können Chat-Funktionen nutzen oder Dokumente gemeinsam bearbeiten und kommentieren. Hier kommt es aber darauf an, nicht nur moderne Tools bereitzustellen, sondern auch den richtigen Umgang mit ihnen zu vermitteln.

4. Feedbackkultur schaffen und zuhören.

Führungskräfte müssen eine wertschätzende Feedbackkultur schaffen, in der Leistung anerkannt und Verbesserungsvorschläge auf Augenhöhe diskutiert werden können. Fehler müssen dabei offen und respektvoll thematisiert werden, damit Mitarbeiter:innen daraus lernen und ihre Ideen weiterentwickeln können.

Eine offene Kultur fördert das Entwickeln neuer Ideen sowie das ständige Optimieren bestehender Projekte. Dafür muss sich die Führungskraft Zeit nehmen, zuhören und Vorbild sein. Denn wirklicher Wandel kann nur dann stattfinden, wenn auch die Führungskräfte mit an Bord sind und die Änderungen überzeugend vorleben.

Darüber hinaus sollten Führungskräfte Kommunikation in den Mittelpunkt stellen und  und ihren Mitarbeitenden zuhören. Gespräche dürfen keine Einbahnstraße sein und sollten ergebnisoffen stattfinden. Moderne Führungskräfte treffen Entscheidungen transparent und auf der Basis von Teamgesprächen. Sie haben keine Angst, den Dialog zu suchen und auf Meinungen und  das Fachwissen ihres Teams zu vertrauen.

5. Silos aufbrechen und Wissen weitergeben.

Internes Firmenwissen ist äußerst wertvoll. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass Informationen weitergegeben werden – auch über Teamgrenzen hinaus. Dafür müssen die Führungskräfte eine Kultur der Zusammenarbeit vorleben und dabei unterstützen, Silos zwischen Abteilungen aufzubrechen und den offenen Austausch zu fördern. Das birgt enormes Potenzial: Zum einen können Ideen schneller vorangebracht werden, wenn auf dem Wissen anderer Teams aufgebaut werden kann. Zum anderen wird oft Doppelarbeit vermieden – das spart Kosten und Zeit.

Die passenden Tools wie Microsoft Teams können auch hier unterstützen, indem Informationen zwischen Teams einfach festgehalten und geteilt werden können, auch im hybriden Arbeitsumfeld. Doch grundlegend ist auch hier der kulturelle Wandel, den Unternehmen im ersten Schritt durchlaufen müssen. Weg vom hierarchischen Silo-Denken, hin zu moderner, abteilungsübergreifender Vernetzung und Zusammenarbeit in kleinen Projektteams.

Wandel der Führungskultur: die Vorteile für Unternehmen.

Durch einen erfolgreichen Wandel ergeben sich für Organisationen vielfältige Vorteile. Zum einen können sie die Effizienz und Produktivität steigern – denn wenn Angestellte ihre neuen Werkzeuge annehmen und beherrschen, steigt auch ihre Leistung. Darüber hinaus werden die Führungskräfte entlastet. Wenn Mitarbeitende nachhaltig gefördert, gecoacht und in gestärkt werden, übernehmen sie eigenverantwortlich mehr Aufgaben. Unternehmen können durch eine moderne Führungskultur junge Talente gewinnen und zufriedene Mitarbeitende an sich binden – und stechen als attraktiver Arbeitgeber am Arbeitsmarkt heraus. Nicht zuletzt fördert eine moderne Führungskultur auch Innovationen, denn Mitarbeitende entwickeln neue Ideen und optimieren diese stetig weiter. Unternehmen können so dem Wettbewerb einen Schritt voraus sein und schnell neue Produkte und Lösungen an den Markt bringen.

Wie starten Sie Ihre Reise hin zur modernen Führungskultur?

Für viele Organisationen ist es nicht einfach, selbstständig nachhaltigen Wandel zu vollziehen. Bechtle begleitet Unternehmen hin auf ihrer Reise zur modernen Führungskultur, einem wichtigen Baustein der digitalen Transformation. Dabei setzen wir gemeinsam mit Ihnen zuerst das Ziel fest – denn nur wer weiß wo er steht und wohin er möchte, kann auch wirklich dorthin gelangen. Die passende Strategie ist entscheidend für den Erfolg des Change Managements und der User Adoption. Dabei stellen wir verschiedene Fragen in den Vordergrund: Welche Personen und Ressourcen werden benötiget? Welche Aspekte aus Mensch, Kultur und Technik sind relevant? Und welchen Zweck verfolgt die Reise eigentlich?

Erst nach dieser Vorarbeit starten wir gemeinsam die Reise der Veränderung: Mit Ihren Führungskräften und Teams werden individuelle Handlungsschritte definiert und Lösungsempfehlungen geplant. Dabei stehen die Anwender:innen bei uns immer im Vordergrund. Wir begleiten Sie schrittweise im Veränderungsprozess und stehen Ihnen auch danach bei Optimierungen zur Seite. Denn nur ein ganzheitlicher Ansatz bringt Sie zum gewünschten Erfolg.

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Diesen Beitrag haben wir veröffentlicht am 18.10.2021.