Bücher stehen in einem Regal
Buchbar am Bechtle Platz 1 in Neckarsulm.

„Buchbar“ steht in großen Lettern über einem Bücherregal im Sitzbereich des Empfangs der Bechtle Konzernzentrale in Neckarsulm. Hier können Besucher:innen oder Mitarbeitende Lesestoff ausleihen oder mitnehmen. Das Besondere an diesem Projekt „Inklusion ist Geben und Nehmen“ ist die Kooperation mit den Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Krautheim (Hohenlohekreis).  

Und so funktioniert’s: Bechtle Mitarbeitende können ausgelesene Bücher spenden und am Empfang bei Bechtle abgeben. Diese werden quartalsweise von den Krautheimer Werkstätten abgeholt, aufbereitet und über Amazon oder Booklocker weiterverkauft. „So können wir Menschen mit komplexer Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung anbieten“, erklärt Stefan Blank, Geschäftsführer der Krautheimer Werkstätten. Im Gegenzug finden Bücher, die noch in sehr gutem Zustand sind, aber nicht verkaufsfähig, ihren Weg in die Bechtle Buchbar. So landen die Bücher nicht im Papiermüll, sondern werden auf unterschiedliche Weise zurück in den Kreislauf gegeben.  

„Uns hat diese Idee damals sofort gefallen, wir gingen allerdings davon aus, dass dies nur vorübergehend funktionieren würde“, erinnert sich Bernd Britsch, Leiter Gebäudemanagement, Bechtle AG. „Doch inzwischen sind sieben Jahre vergangen und die Buchbar ist nicht mehr wegzudenken. Wir erhalten regelmäßig Bücherspenden für die Krautheimer Werkstätten und auch die Bücher aus der Buchbar werden gerne genutzt“, so Bernd Britsch weiter. Dass diese langfristige Partnerschaft nicht selbstverständlich ist, berichtet Stefan Blank: „Kein anderer Kooperationspartner betreibt dieses Gebrauchtbücher-Projekt so konsequent und nachhaltig wie Bechtle. Dass wir dieses Projekt ‚wie gute Nachbarn’ und ohne kommerzielle Interessen miteinander umsetzen, ist etwas Einzigartiges.“ 


Bernd Britsch

Inzwischen sind sieben Jahre vergangen und die Buchbar ist nicht mehr wegzudenken.

Bernd Britsch, Leiter Gebäudemanagement, Bechtle AG


Wertvolle Rohstoffe nachhaltig verwertet.

2023 hat sich die Zusammenarbeit erweitert. Ausgemusterte Kabel, die im Client Repair Services (CRS) im Bechtle IT-Systemhaus Neckarsulm anfallen, werden gesammelt und nach Krautheim geliefert. Dort verwandeln Mitarbeitende mit wenigen Handgriffen den vermeintlichen Elektronikschrott in einen Wertstoff. 

„Zuvor haben wir die Kabel an einen kommerziellen Entsorger abgegeben. Auf der Suche nach Möglichkeiten, wie wir die sozialen und ökologischen Ziele unserer Nachhaltigkeitsstrategie konkret umsetzen können, wurden wir auf den Entsorgungsfachbetrieb der Krautheimer Werkstätten aufmerksam. Bisher sind unsere Erfahrungen sehr positiv“, erzählt Heribert Oberhofer, Teamleiter CRS Logistik, Bechtle IT-Systemhaus Neckarsulm.   

Im Januar 2023 ging die erste Charge Kabel nach Krautheim, dieses Jahr wurden insgesamt 5.883 kg in Krautheim aufbereitet und somit die darin enthaltenen Rohstoffe – allen voran Kupfer – im Sinne der Circular Economy zurück den Kreislauf gegeben.  

Krautheimer Werkstätten

Foto: Krautheimer Werkstätten

Berufliche Teilhabe sichern.

Die Arbeit mit den Kabeln ist bei den Mitarbeitenden sehr beliebt und für die Krautheimer Werkstätten ein wichtiges Referenzprojekt. „Wir sind eine der kleinsten Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg und bieten im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen vor allem Menschen mit starker Beeinträchtigung und hohem Pflegebedarf eine berufliche Teilhabe“, erklärt Stefan Blank. Derzeit sind 67 Menschen im Arbeitsbereich beschäftigt. 

Im Rahmen des Kabelprojekts sortieren mehrere Mitarbeitende die von Bechtle erworbenen Kabel und knipsen die Steckerverbindungen ab, sodass diese anschließend als Kabelwertstoff auf dem freien Markt einen angemessenen Mehrwert erzielen können. Aus den Einnahmen werden die Arbeitsentgelte der behinderten Mitarbeitenden und Investitionen in die Werkstätte finanziert. „Schon jetzt können wir durch das Verwertungsvolumen die Beschäftigungsvielfalt und die nachhaltige Beschäftigungssicherheit der besonderen Zielgruppe deutlich verbessern“, zieht Stefan Blank Bilanz.