Moritz Gräter
Moritz Gräter.

Immer mehr Unternehmen und Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen konkrete KI-Anwendungen ein. Sind die DACH-Länder mutig und schnell genug?

Viele Firmen, insbesondere im Mittelstand, erkennen, dass KI ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist. Trotzdem diskutieren wir noch zu viel und setzen zu wenig um.

Können Sie helfen?

Ja. IPAI möchte diese Lücke schließen und Unternehmen helfen, KI konkret in die Anwendung zu bringen.

Wie unterstützt IPAI Unternehmen dabei, KI-Anwendungen einzuführen?

Wir fokussieren uns auf drei wesentliche Bereiche: Vernetzung und Matchmaking, um für Unternehmen und Institutionen mit KI-Bedürfnissen passende Technologiepartner und Forschungseinrichtungen zu finden. Dann die gemeinsame Entwicklung von konkreten Anwendungsfällen. Und natürlich der Wissens- und Technologietransfer von der Theorie in die Praxis.

Ist die Art, wie über KI in den Medien gesprochen wird, für Unternehmen eher hilfreich oder hinderlich, um die richtigen Entscheidungen zu treffen?

Durch die mediale Präsenz ist KI noch schneller in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, Unternehmen zu helfen, den Hype zu filtern und sich auf den tatsächlichen Mehrwert zu konzentrieren, den KI bieten kann. Denn eines ist klar: KI ist der entscheidende Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.

IPAI in Heilbronn

In Heilbronn entsteht seit 2022 der Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI). Ziel ist es, ein europäisches Zentrum für KI-Technologie aufzubauen und neue Anwendungsfälle zu finden und zu stützen. IPAI ist als Innovations-Ökosystem konzipiert, in dem Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Institute und Forschungseinrichtungen im gemeinsamen Austausch an KI-Themen arbeiten. Bechtle unterstützt das Projekt von Anfang an und ist seit 2023 festes Mitglied.

Bild: ©Ipai/MVRDV

Sollten Unternehmen daran arbeiten, inhouse Kompetenz zur Implementierung von KI-Anwendungen zu schaffen oder sollten sie sich auf starke Partner verlassen?

Die erfolgreichste Strategie ist oft ein hybrider Ansatz: Auch kleine und mittelständische Betriebe sollten eigene KI-Kompetenzen aufbauen, um unternehmenseigene Potenziale zu identifizieren und Projekte intern managen zu können. Diese Prozesse können sie dann mit externen Partnern und Spezialisten skalieren und erweitern.


Wir wollen Deutschland und Europa als führende KI-Standorte etablieren.

Moritz Gräter


IPAI sieht sich selbst als kommendes „Global Home of Human AI“. Was meinen Sie damit?

Unser Ziel ist es, ein führendes Ökosystem für angewandte KI zu schaffen, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir nennen das den „European Way of AI“ – KI, die dem Menschen dient, ethisch verantwortlich und transparent ist. Unser Antrieb ist es, Deutschland und Europa als führende KI-Standorte zu etablieren. Wir sind auf dem Weg dorthin schon weit fortgeschritten: Seit unserem Start im Jahr 2022 haben sich inzwischen über 80 Mitglieds- und Partnerunternehmen auf unserer Innovationsplattform zusammengefunden, die gemeinsam an KI-Transformationen und -kollaborationen arbeiten. Der nächste große Meilenstein zeichnet sich ebenso ab: Ende des Jahres starten wir mit dem Bau unseres 30 Hektar großen IPAI CAMPUS in Heilbronn, der zukünftig bis zu 5.000 Menschen Platz bieten wird, die rund um KI arbeiten.

Was raten Sie Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in welche Richtung sie sich beruflich entwickeln sollen?

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Niemand weiß angesichts des ständigen technologischen Fortschritts so richtig, welche Fähigkeiten in Zukunft gefragt sind. Immer wichtiger werden aus meiner Sicht Soft Skills wie Empathie, Teamarbeit und interdisziplinäres Denken. KI wird viele repetitive Aufgaben übernehmen, aber sie wird den Menschen, der kreativ, empathisch und lösungsorientiert ist, nicht ersetzen. Wichtige Fähigkeiten für die Zukunft sind Offenheit, Mut und die Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen.

results by Bechtle.

Dieses Interview ist ein Auszug aus der zweiten Ausgabe des Magazins results by Bechtle. 

Mehr über KI bei Bechtle gibt es hier:

Teaser results Magazin