Keine NPU? Keine Zukunft! Wie KI die IT-Beschaffung neu definiert.
Autor: Niklas Bayer
In den vergangenen 10 Jahren gab es am Client-Markt kaum Veränderungen. Somit war auch das Risiko gering, strategische Fehlentscheidungen zu treffen. Doch das ändert sich gerade. Denn neue KI-Funktionen, Copilot+ PCs und NPUs verändern den Markt – derzeit noch kaum wahrnehmbar, doch schon bald in großem Stil. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Ihre IT-Beschaffung von heute so wichtig ist und über die zukünftige Performance Ihrer Organisation bestimmen wird.
Lesezeit: 7 min.
Die Neuerungen finden nicht dort statt, wo man sie als Erstes vermuten würde. Nicht beim Design, nicht beim Formfaktor, nicht bei den CPU-Werten. Noch nicht mal in den Benchmarks sind große Auffälligkeiten zu entdecken. Stattdessen tauchen am Markt plötzlich neue Begriffe auf: NPU, Copilot+ PC, AI-Readyness und so weiter. Kein Wunder, dass sich viele IT-Entscheider:innen irritiert fragen, wofür das alles gut sein soll und ob ein wirklicher Bedarf an solchen Geräten besteht. Die Antwort auf diese Fragen ist vielschichtig – und sie zu verstehen, sehr wichtig.
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Warum es neben CPU und GPU auch noch eine NPU braucht.
Um zu verstehen, was sich gerade verändert, müssen wir ein wenig in die Technik eintauchen und unter die Haube der Clients schauen. Denn dort hat sich etwas Entscheidendes getan. Neben der bekannten CPU und GPU hat sich eine Dritte im Bunde dazugesellt: die NPU (Neural Processing Unit). Ihre Hauptaufgabe ist es, KI-Funktionen lokal auf dem Gerät auszuführen.
In modernen Copilot+ Geräten ist die NPU standardmäßig verbaut. Dabei handelt es sich übrigens nicht um Clients, die einen „besseren Copilot” nutzen können, sondern ganz einfach um Geräte, die einen technischen Mindeststandard erfüllen – darunter eine NPU mit mindestens 40 TOPS. Die Rollenverteilung zwischen den drei Recheneinheiten ist im Grunde recht einfach:
CPU – der Allrounder
Steuert Programme, verarbeitet Logik, koordiniert Prozesse. Flexibel, zuverlässig – aber nicht spezialisiert.
GPU – der Kraftarbeiter
Übernimmt parallele Aufgaben: Video, Grafik, Rendering. Schnell, aber energiehungrig.
NPU – der KI-Spezialist
Meistert kleine, aber permanent aktive KI-Prozesse: Muster erkennen, Sprache verarbeiten, Bilder analysieren usw. Effizient und stromsparend.
Kurz gesagt: CPU rechnet → GPU rendert → NPU interpretiert
Was bringt das Power-Trio heute – und was morgen?
Wer heute ein neues Copilot+ Gerät auspackt, bemerkt zunächst nichts Besonderes. Windows startet wie immer und Teams, Outlook und die Office-Programme laufen wie gewohnt. Ein Blick in den Taskmanager zeigt zudem eine durchschnittliche NPU-Auslastung von gerade mal 2 %. Die NPU arbeitet quasi nicht. Ist sie also überflüssig? Diese Schlussfolgerung wäre trügerisch. Denn die NPU ist nicht im Gerät, um bereits heute Vollgas zu geben. Sie soll vielmehr das stemmen, was in 12 - 18 Monaten Alltag sein wird. Denn Microsoft rollt aktuell eine ganze Welle neuer KI-Funktionen aus – als feste Bestandteile von Windows, Office und Teams:
- Live-Transkription in Meetings. Lokal. DSGVO-konform. Dauerhaft aktiv.
- Hintergrundunschärfe, Blickkontakt-Korrektur, Rauschunterdrückung – alles parallel, nicht nacheinander.
- Windows Recall und Screen Understanding – sofern datenschutzkonform umsetzbar.
- Phishing-Erkennung in Echtzeit. Credential Protection. Screen Watermarking.
- Kontextbasierte Copilot Vorschläge – nicht in der Cloud, sondern auf dem Gerät.
Und Microsoft ist nicht allein: Über DirectML – die API, mit der Hersteller ihre Software an die NPU anbinden – integrieren immer mehr Partnerhersteller neue KI-Funktionen in ihre Anwendungen. Einige Programme wie MacAfee, Adobe Photoshop, Adobe Premiere Pro, CapCut oder OBS Studio nutzen die NPU bereits heute. Die Infrastruktur steht, die Entwicklung läuft. All das existiert bereits. Teilweise noch in der Pilotphase, teilweise schon flächendeckend verfügbar. Aber noch nicht voll aktiv oder in der finalen Ausbaustufe.
Warum nicht? Weil Microsoft wartet, bis genügend Geräte mit NPU am Markt sind. Die Software wartet auf die Hardware. Wer heute Geräte ohne NPU beschafft, setzt darauf, dass CPU und GPU diese Last übernehmen können. Das funktioniert zwar, allerdings nicht wirklich effizient oder stromsparend. Und vor allem: nicht ohne spürbare Performance-Einbußen.
Warum die alte Beschaffungslogik erweitert werden muss.
Jahrzehntelang orientierte sich die Beschaffung an einer Frage: „Welche Leistung brauche ich heute?” Man konnte sich zudem sicher sein, dass selbst günstige Modelle mehr Leistung boten als die vor Jahren angeschafften Geräte, die aktuell im Einsatz waren. Wer etwas mehr Luft nach oben haben wollte, griff zu leistungsstärkeren Varianten und hatte damit einen sicheren Puffer für die nächsten Jahre.
Expert:innen sind sich inzwischen einig, dass diese Denkweise für die nächsten Gerätezyklen falsch wäre. Die Frage muss nun lauten: Können Geräte, die wir heute anschaffen, das leisten, was in den nächsten Jahren softwareseitig benötigt wird? Auf Copilot+ Geräte zu setzen, ist in diesem Kontext kein Luxus, sondern aktives Risikomanagement.
Die Fakten liegen auf der Hand:
KI-Last wird permanent.
Die KI ist kein Feature zum Abschalten, sondern wird Teil des Betriebssystems.
Geräte ohne NPU sind im Nachteil.
CPU und GPU müssen dann einspringen – auf Kosten von Performance, Akku und Nutzererlebnis.
Der Unterschied wächst exponentiell.
Je mehr KI-Funktionen ausgerollt werden, desto größer der Unterschied zwischen NPU-Geräten und klassischen Clients.
Wer heute Geräte beschafft, investiert nicht für 2026, sondern auch für 2027, 2028 und gegebenenfalls darüber hinaus. Und wer heute ohne NPU plant, riskiert ein Szenario, welches der Client-Markt über ein Jahrzehnt nicht kannte: Geräte, die im Extremfall die geplante Nutzungsdauer nicht überstehen, weil sie softwareseitig nicht mehr mithalten können.
Warum sollte sich ein Kunde für ein Surface Copilot+ PC mit Intel Core Ultra Prozessor entscheiden?
Leistungsstark & KI-beschleunigt: Intel Core Ultra bietet CPU, GPU und NPU für schnelle, lokale KI-Funktionen wie Recall, Live Captions und Copilot.
Lange Akkulaufzeit: Effiziente Architektur für bis zu einen ganzen Arbeitstag ohne Laden.
Hohe Sicherheit: Mit Microsoft Pluton und Secured-Core PC für maximale Unternehmenssicherheit.
Volle Kompatibilität: Native x86-Unterstützung – keine Probleme mit Business-Apps.
Premium-Erlebnis: Hochwertiges Surface-Design, Touch, Stift und Copilot-Taste für direkten KI-Zugriff.
Fazit: Heute schon an morgen denken.
Was zunächst wie eine Binsenweisheit klingen mag, ist tatsächlich unser dringender Rat an alle, die aktuell neue Clients beschaffen. Die gute Nachricht: Wer jetzt richtig plant, sichert sich Handlungsspielraum für die nächsten Jahre. Wer wartet oder am falschen Ende spart, zahlt später jedoch doppelt – in Form von niedriger Performance, geringer Nutzerzufriedenheit und im schlimmsten Fall mit vorzeitigem Hardware-Austausch. Vorausschauendes Handeln zahlt sich hier gleich mehrfach aus.
Whitepaper: Gut vorbereitet in die Budgetverhandlungen zu KI-Geräten.
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